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Es begab sich einmal zu einer Zeit von vor etwas über zwei Wochen. An einem eigentlich recht schönen, sonnigen Dienstag im Wonnemonat Mai. Tags zuvor holte ich einen meiner Klienten, die ich im Rahmen des Betreuten Wohnens betreue, aus dem Krankenhaus ab, in welchem er eine Woche lang aus diversen gesundheitlichen Gründen lag. Wobei sich mir jetzt gerade im Moment beim Lesen des Satzes mal wieder die diffuse Tragweite meiner Gedanken klar wird, denn wer legt sich heutzutage schon gesund ins Krankenhaus? Also, ich täte das schon mal nicht, denke ich zumindest.

Obwohl?!  Sich eine  Woche von den Schwestern betüddeln zu lassen, vom Frühstück bis zum feudalen 4- Gänge- Menü- Abendessen in Form von zwei Scheiben Brot, 1 Käseecke, 2 Scheiben Wurst, 1 Gewürzgurke bis ans Bett bringen zu lassen? Dazu gibt es dann eine Tasse erlesensten Kräutertee. Dann noch im Bett nach Herzenslust rumkrümeln dürfen, sich danach von der Schwesternschaft das Kissen aufschütteln und sich von den Restkrümeleien befreien zu lassen. „All inklusive“ das Ganze und selbst die Ärzteschaft, die sich in einer persönlichen Audienz an deinem Bett versammeln und sich nach deinem Befinden erkundigen. Das alles und noch viel mehr und nur für 10 Euro Zuzahlung pro Tag. Wer erträumt sich nicht einen solch feudalen Kurztrip aus dem alltäglichen Wahnsinn, der sich Schlafen, speisen, arbeiten nennt?! Ich zum Beispiel *lächel* Das wäre mir dann doch um einiges zu viel des Guten, denn ich lege mich dann doch lieber und am liebsten gesund in mein eigenes Bett zum Schlafen, laufe tagsüber durch meine Weltgeschichte und nerve hin und wieder meine Mitmenschen mit meinen quirligen Gedanken.

Apropos quirlige Gedanken! Da komme ich doch nun mal wieder zur eigentlichen Geschichte meiner heutigen Gedankengänge zurück und erzähle zunächst weiter im Text. Wie schon so schön gesagt, holte ich tags zuvor einen meiner Klienten aus dem Krankenhaus ab. Benennen wir den Klienten mal wieder aus Respektgründen mit einem Pseudonym  namens: Paul. Paul hatte an diesem Dienstag einen Termin für die Nachbesprechung bei seinem Hausarzt. Nachdem alles geklärt und der Doktor über den Verlauf informiert war, erhielt Paul ein Rezept für die benötigten Medikamente. Man verabschiedete sich, in der Hand nun Rezept und einen Zettel mit neuer Terminabsprache, welchen ich nun für die etwa 10 Meter bis zur Apotheke mit Lesebrille auf der Nase eingängig studierte. Ich weiß zwar auch nicht was ich auf dem Blatt zu finden gehofft habe, vielleicht den einzigen Rechtschreibfehler, der gar keiner war oder was auch immer. Ich weiß es bis zum heutigen Tage nicht. Was ich dann allerdings übersah, brachte den Stein ins Rollen, mich ins Fliegen und die Leute um mich herum in Erstaunen und Entsetzen. Hat jemand von euch schon mal versucht, eine Apotheke fliegender Weise zu betreten? Ja? Nein oder Weiß nicht mehr genau?…

Also ich versuchte es und frage mich heute noch, wer so schnell eine Treppenstufe vor die Apotheke bauen konnte, kurz bevor ich über sie stolperte. Gerne hätte ich das ganze Szenario aus anderer Perspektive beobachten wollen. Ich habe ganz bestimmt mit meinen nach vorne gestreckten Armen ausgesehen wie ein Flughörnchen in Aktion nur halt einige viele Kilos schwerer. Oder wie ein Schwimmer, mit einem gekonnten Kopfsprung ins Wasser, aber längst nicht so elegant. So oder so ähnlich hätte ich es wirklich aus anderer Perspektive beobachten können und nichts läge meinem Wunsch ferner, denn so wären mir die ollen Schmerzen erspart geblieben, die mich heute immer noch plagen und mich an meine „Albatros- Landung“ erinnern.

Während ich dann so unten, ganz unten auf dem Boden lag, ich in Gedanken meine Knochen abzählte und fieberhaft nachdachte, wie ich nun ganz schnell und möglichst unauffällig und selbstständig wieder auf die Beine komme, blickten da plötzlich von oben mindestens fünf Augenpaare auf mich herab und wollten mir hochhelfen. Irgendwie war ich aber schneller, als die Arme nach mir greifen konnten. In meinem Kopf reihte sich ein Sternchen ans nächste, mein Kreislauf fuhr ein paar Runden Achterbahn und auf dem linken Bein konnte ich kaum auftreten, so weh, wie es tat. Mit dem Schienbein bin ich mit voller Wucht auf die Kante der Stufe gefallen. Die rechte Kniescheibe streifte den Boden und mein Wangenknochen ebenso. Bin nur heilfroh gewesen, dass ich nicht auf dem Bauch gelandet bin, der seit meinen vergangenen Op`s vor 3 Jahren zu den empfindlichsten meiner Körperstellen gehört. Mein Schutzengelchen hat mich gottlob davor bewahrt.

Sekundenlang schockierte mich während des Fallens auch, wie schnell einem der Schock in die Glieder fahren kann und einen kaum loslassen mag. Ich hatte das Gefühl, neben mir zu stehen und nahm die aufgeregten Worte der anderen kaum wahr, die mir Sitzplatz, Hilfe und Kühlung, selbst Krankenwagen holen, anboten. Immer noch unter Schock stehend, lehnte ich alle gutgemeinten Hilfeangebote dankend ab, log und beteuerte es gehe mir gut, löste das Rezept ein und humpelte wieder aus der Apotheke. Paul ging neben mir und war immer noch verwirrt über den Vorfall und wusste nicht so recht, was er sagen sollte. Da ich mittlerweile wieder einigermaßen klar denken konnte, meinte ich augenzwinkernd zu ihm »Beim nächsten Mal, wenn wir wieder in eine Apotheke mit Stufe gehen, dann gehst du gefälligst vor mir! Dann kannst du mich wenigstens auffangen, damit du`s nur weißt, ja? « Daraufhin grinste Paul wieder übers ganze Gesicht und ich musste automatisch mitlachen.

Was war ich froh, als dieser Arbeitstag, der noch ein paar Stunden dauerte, vorüber war. Zu Hause angekommen, konnte ich gar nicht mehr auftreten, legte das Bein hoch und packte Kühlpacks darauf. Am Tag darauf hatte ich nur eine Klientin zu betreuen, worüber ich absolut dankbar war. Bis zum folgenden Wochenende bemühte ich mich, meine Termine so gut wie möglich abzuarbeiten und freute mich über jede Möglichkeit zu sitzen. Die Schmerzen ließen einfach nicht nach und die Schwellung nahm zu. Krankschreibung kam für mich partout nicht in Frage, hatte ich doch gerade Vertretungsklienten übernommen, da eine Kollegin in Urlaub war. Bin dann am Wochenende doch noch wegen der Schmerzen in die Ambulanz des Krankenhauses gefahren. Es wurde geröntgt, festgestellt, dass sich ein riesiger Bluterguss in meinem Bein um das Schienbein herum und mittlerweile bis in den Fuß hinein breit gemacht hat aber nichts gebrochen ist. Mit einem  Salbenverband und Schmerzmittel wurde ich dann wieder auf freien, weiter humpelndem Fuß entlassen.

Tja, warum ich gerade heute davon erzähle?

Heute muss ich an den Ort meines Erschreckens zurückkehren, um ein weiteres Rezept für Paul einzulösen. Meine Überlegung nun: Ziehe ich einfach nur eine Sonnenbrille an oder färbe ich vorher meine Haare in Maigrün, damit mich niemand wieder erkennt? Ach, was! Ich werde hocherhobenen Hauptes und mit Vorsicht die Treppenstufe hochsteigen und auf meinen Beinen die Apotheke betreten und lächeln, so wie ich immer lächle. Falls ich wieder erkannt werde, ist das nun mal so und damit leben kann ich allemal. Die Kunst des über mich selbst Lachens beherrsche ich schon  seit ewigen Zeiten aus dem *eff eff*

Das und so viel zu meinen ureigenen Pechsträhnen, die sich gewaschen haben und über die ich im Nachhinein doch wieder lachen muss. Humor ist, wenn man trotzdem lächelt.

Damit ich in dieser Geschichte nicht nur von mir selbst erzähle, hier noch ein paar weitere Anekdoten von einem Schlauköpfchen, das vor den 7 Bergen wohnt und das 100 x schlauer ist als ich jemals sein werde, denke ich. Na zumindest ist es sein Ziel und meine Befürchtung. *lächel*

Leon 22.03.15

Leon betrachtet ein gemaltes Bild im Netz, was Menschen von hinten zeigt, verschiedener Nationalitäten, die sich an den Händen halten. »Oma, das hier könnte ich sein und du auch daneben. Aber nicht so wirklich, denn du hast eine andere Farbe von Haaren. Deine Haare sind da braun und zeigt auf eine dunklere Strähne in meinem Haar und die anderen Haare sind alle gold«

Tja, wenn man das so betrachtet, dann hat manch ein Mensch Esel im Stall stehen, die Gold produzieren, aber wer hat schon eine Oma, die goldene Haare besitzt? Höchstens der kleine Leon! Bilde ich mir jetzt einfach mal so ein und buche das unter Stolz in meiner Omabilanz ab *lächel*

25.04.15 Leon

– Ich muss auf eine Bühne. Da kann ich dann singen und tanzen.

Die Bühnen sind schon längst von der Welt, die gibt es nicht mehr. Weil die ja ausgestorben sind.

Nach seinem Hipp- Hopp- Schwing das Beinchen- Tanz fragte Leon, wie ich seinen Tanz gefunden habe. Ich antwortete »Das war toll, wie du getanzt hast. Du bist ja ein richtiger Wunderknabe« Er: »Das ist gut! So kannst du mich dann jetzt auch immer nennen, Oma«

9.05.15 Leon

Heute Morgen wollte Leon, wie immer, mit Opa zum Bäcker gehen. Kommt zu mir und fragt » Oma, hast du noch ein Geld? Der Opa hat sein ganzes Geld schon verkauft. Jetzt haben wir gezählt, wie viel Geld wir noch haben und das waren 39 Geld. Das reicht dann, wenn du mir noch 1 Geld gibst. Dann können wir auch zum Bäcker kaufen gehen«

10.05.15 Leon

Unterwegs im Auto erzählt Leon » Da habe ich doch von einer Frau doch die zwei Mickey Mouse Luftballons bekommen, weißt du das Oma?« Ich meinte:»Welche Frau meinst du nun Leon, kenne ich die Frau?« »Weiß ich nicht, das kann sein. Die Frau hat schwarze Haare und eine braune Haut. Oder die hat braune Haare« Was denn nun Leon? Hat die denn nun schwarze Haut?« Nein, die hat braune Haut und ja, ein blaues Auto fährt die Frau« Ahh, okay Leon, du meinst bestimmt die Patentante von deiner Mama und das ist die Freundin von der Oma. Was ist denn nun mit ihr? » Das war nett von ihr, weil sie mir die Luftballons geschenkt hat.

Leon 18.05.

»Oma? Ich kenne das größte Haus auf der Welt. Das Haus ist ein Hochkratzer. « Du meinst wohl Wolkenkratzer. Die heißen so, weil es so ausschaut, als würden die Häuser die Wolken von unten ankratzen, weil sie so hoch sind. »Nein, das kann aber nicht sein. Die Wolken haben aber keine Kratzer, das würde man ja sehen und die Wolken würden dann auch vom Himmel fallen, wenn die angekratzt würden.«

Leon 18.05.

 Im Auto unterwegs » Oma, weißt du, was ich schon immer werden wollte? Ich wollte schon immer Polizei werden« Warum wolltest du das denn werden Leon? » Als Polizei kann ich dann immer Diebe einfangen. Da fahre ich dann mit dem Auto rum und fange die ein. Das kann ich ja auch mit einem Netz machen«

Leon 20.05.

Ich bin böse, aber ich bin nicht gefesselt. Ich bin immer böse und dann wieder lieb.

Ein Dieb, der kann auch lieb sein und wenn ein Dieb lieb ist, braucht man ihm nicht wehtun, sondern nur fesseln. Das reicht dann auch, weil der Dieb ja lieb ist. » Wie kommst du denn darauf, dass ein Dieb lieb sein kann? »Die sind doch immer böse, weil sie Dinge stehlen.«

Leon 26.05.

»Oma? Ich habe eine gute Idee! Wir können ja ein Bild malen. Weißt du, für die Diebe« »Wie nun Leon? Warum denn für die Diebe und was für ein Bild soll das denn sein?« »Na Oma, ist doch eine gute Idee! Ich male ein Bild auf dem Diebe drauf sind und dann noch so ein Kreuz dazu, wie eins, was auf so Verbotsschilder drauf ist, damit die Diebe wissen, dass sie da nicht hindürfen. Und dann lege ich da Geld hin« »Ja okay Leon, soweit habe ich das verstanden mit dem Bild. Aber wenn du da auch noch Geld hinlegen möchtest, kommen die Diebe doch trotzdem, weil die möchten ja das Geld haben. Da würde ich das Geld doch gar nicht hinlegen, denn von dem Verbot lassen die sich gar nicht von abhalten.« »Aber Oma, das ist doch der gute Trick dabei! Ich bau da neben dem Geld ja auch gleich eine Falle auf und wenn die Diebe kommen, dann sind die gleich gefangen wie in einem ganz kleinen Gefängnis und dann kann ich die einfangen und in das große Gefängnis bringen. Da müssen die dann arbeiten.« Aha, naja … Also sollen die Diebe dann im Gefängnis arbeiten. Und was sollen die dort arbeiten?« Die sollen dann streichen und das Gefängnis bunt anmalen, damit alle wissen, das ist ein Gefängnis. Ist das nicht eine tolle Idee, Oma?« »Ist er nicht wieder mal ein schlaues Schlauköpfchen, dieser kleine laufende Meter, der sich mein Enkelchen nennt? *lächel*

Euch allen da draußen und drinnen, wünsche ich einen ganz wundervollen Start in den heutigen Tag mit ganz viel Sonnenschein, einem funktionierenden und gutgelaunten Schutzengel an der Seite und einem Dauerlächeln im Gesicht.

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