14.12.15 Eine kleine Geschichte nur für dich

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Ein klein wenig „Vorwort“ hätte ich da noch bevor ich zur eigentlichen Geschichte komme.

In den letzten Monaten bin ich hier so gut wie kaum in Erscheinung getreten. Hin und wieder mal herein geschaut und mein letzter Blogbeitrag liegt nun auch schon ein halbes Jahr zurück. Die Arbeitswelt hat mich und meine Zeit so sehr vereinnahmt, dass sogar meine Muse entschieden hat, sich in sommerlichen Winterschlaf zu begeben. Mehr als einmal saß ich hier, die Hände bereit zum Tippen… doch nichts außer kurze Wort- und Satzfetzen; nichts brauchbares. Kennt ihr das auch? Schlechtes Gewissen und Hoffnung, sowie ein „Nun aber los jetzt!“ wechselten sich die Poolposition in meinem Kopf. Doch die besten und vielleicht brauchbarsten Einfälle hatte ich meist dann, wenn ich gerade mitten in der Arbeit war. Habe ich euch schon mal erzählt, das ich vergesslich bin? Wenn ich nicht gleich ein Schreibmaterial vor Augen oder in der Hand habe, ziehen meine Einfälle oft ganz schnell von dannen, ich stehe wie blöd, völlig sinnfrei in der Gegend rum und betrachte hilflos lächelnd die Leere in meinen Gedanken.

Doch, wie ihr jetzt nun bemerken konntet, ist der Gordische Knoten gelöst, auseinander gefallen, hat sich ergeben, hat sich vor lauter Verwirrung entwirrt oder was auch immer. Zumindest hoffe ich das sehnlichst und auch, dass es nun wieder vorwärts geht. Meine Hoffnung steht zumindest bis jetzt immer noch auf „eigenen Füßen“, beileibe nicht auf „Kriegsfuß“ und hat sich entschieden mein kleines Leben mit mir zu teilen. Ich könnte nun nicht sagen, dass ich froh darüber bin. Nein! Ich bin unsagbar dankbar und glücklich für dieses Gefühl, dass in mir wohnt.

Nun möchte ich noch ein kurzes, weiteres Vorwort anbringen, bevor ich zur Geschichte von heute komme.

Morgen haben wir eine kleinere Team-Weihnachtsfeier geplant. Die gr0ße haben wir bereits vor etwa zwei Wochen im Hauptsitz unseres Arbeitgebers gehabt. Wie auch immer… Für den morgigen Tag habe ich für alle Kollegen ein Päckchen gepackt mit kleinen Kostbarkeiten. Sofern ihr mögt, würde ich mich Schneemännchenmäßig freuen, wenn ihr virtuell auch daran teilnehmt.

Es ist nicht viel, was ihr dazu braucht:

1 Beutel von eurem Lieblingstee

1 Teelicht

1-2-3-… oder mehr Naschereien

1 Beutel Bohnen

Nicht zu guter Letzt, die Geschichte, die ich dazu schrieb und die jedem dieser Päckchen beiliegt. ❤

Traveler Z 14

 

Eine kleine Geschichte nur für dich

Hast du etwas Zeit für mich? Ja?

Das freut mich sehr!

 

Bevor du dich meinen Worten widmest, greife in die Box, hole dir den Teebeutel heraus und brühe ihn auf, lass ihn ziehen und nehme den ersten Schluck. Wenn du nun noch einmal in die Box greifst, hältst du eine Schokoladen- Verführung in den Händen. Hab keine Angst! Ich habe die Kalorien vorher per Vodoozauber erfolgreich entfernen können … Du magst  Verführungen schokoladener Natur? Du siehst mich Lächeln!

Das ist gut so. Das zeigt mir, dass du ein Mensch bist, der nicht nur die dunklen Seiten sein Leben nennen mag, sondern jemand, der es schafft, zu genießen, nach vorne schaut und dabei auch die kleinen hellen Lichtstrahlen am Horizont entdeckt. Jeder Lichtschein steht dabei für ein Lächeln, das einem das Herz erwärmt, wie gerade der Tee, der sich wohlig in deinem Inneren ausbreitet. Apropos „Lichtschein“! Zünde dir doch auch noch bitte das Teelicht an und stelle es vor dich auf den Tisch. Nun kannst du dich wohlig zurücklehnen, vielleicht in warme Decken gehüllt und in meinen Zeilen lesend stöbern.

 

Du weißt es sicherlich und das folgende Gefühl ist dir nicht unbekannt…

In unserer heutigen Welt rennen so viele Menschen der Zeit hinterher und können sie doch nicht festhalten, egal wie schnell sie laufen. Das kostet viel Kraft und Energie, die irgendwann aufgebraucht ist.

Dabei übersieht man oft die kleinen Kostbarkeiten, die da am Wegesrand vor sich hindümpeln und nur warten, bis dass sie jemand entdeckt. Ein Sonnenstrahl, der deine Nasenspitze kitzelt; ein kleines Schwätzchen mit der älteren, einsamen Dame oder Herrn von nebenan, die dir dafür dankbar sind. Einmal kurz innehalten und dem Leben die Chance geben, dein Bewusstsein mit kleinen Glücksmomenten zu erreichen.

Diese Kostbarkeiten sind wahre Energiebomben. Sie geben einem die Kraft, den Tag mit Zufriedenheit zu beginnen und mit Zuversicht zu beenden. Gib nie auf, dem deinen Tag solange auf den sprichwörtlichen Zeiger zu gehen, bis dass er sich seinem Sinn ergeben mag. Damit du in der Abenddämmerung sagen kannst:“ Es hat sich wieder gelohnt, heute in die Welt hinaus zu gehen!“

 

Nun habe ich schon die ganze Zeit bemerkt, dass du immer wieder verstohlen und leicht fragend in die Box geschaut hast. Du wunderst dich doch bestimmt, was es mit dem Beutel Bohnen auf sich hat. Mach doch mal die Probe! Stecke dir am Morgen, bevor du in deinen ganz eigenen „alltäglichen Wahnsinn“ startest, eine Handvoll dieser Bohnen in die linke Hosentasche. Für jeden kleinen Glücksmoment nimmst du eine heraus und steckst es in die rechte Tasche. Du wirst dich wundern wie viele am Ende des Tages dort gelandet sind. Dann setze dich für einen Moment hin und lasse diese „kostbaren Augenblicke“ vor deinem inneren Auge erscheinen. Ich bin fast sicher, dass du diesen Tag lächelnd beenden kannst. Wenn du das Ritual einige Male wiederholt hast, wirst du es vielleicht auch, so wie ich, schaffen, die Schmetterlinge lächeln zu sehen. Es sieht wunderschön aus, das kannst du mir glauben!

Nun, da ich meine Zeilen an dich geschrieben habe und du mir deine kostbare Zeit geschenkt hast, werde nun auch ich meine Bohnen in der rechten Tasche zählen. Dabei hat der Tag noch nicht mal begonnen *lächel*

 

Eine wundervolle, besinnliche Weihnachtszeit und einen wunderbaren, gesunden Start in das neue Jahr 2016. Das wünsche ich mir für dich.

Auf dass dir im neuen Jahr die Bohnen niemals ausgehen mögen!

 

 

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25.06.15 Beipackzettel des Lebens

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Kurz bevor ich heute Morgen wach wurde, gingen meine Gedanken schon frisch und fröhlich auf die Reise, um den Sonnenaufgang zu genießen- am Meeresstrand- mit den Füßen im Wasser sitzend- die Zehenspitzen im warmen Sand eingegraben- das Wasser spielerisch die Knöcheln umschmeichelnd. Die Augen in die Ferne gerichtet, am Horizont bildet sich langsam der vorauseilende Lichterkranz, der die Sonne in all ihrer Pracht täglich ankündigt.

Meine Muse gluckste vor Freude, als sie merkte, dass sie auch heute nicht zu spät kommt, um das beginnende Sonnentagesspektakel in voller Länge genießen zu können. Ganz versunken sitzen meine Gedanken nun dort am Meeresstrand und die sanfte Meeresbrise, die nur durch das Plätschern des Wassers unterbrochen wird, erreicht meine Sinne und findet angenehme Zuflucht in meinen Gehörgängen. So mitten hinein in meine Träumereien stößt etwas hartes gegen meine Beine. Ich blicke hinab … eine Flasche, leer, nur mit einem gerollten Blatt Papier gefüllt,. Es dauert ein wenig, bis ich das Röllchen aus der Flasche gezogen habe. Ganz vorsichtig, als wäre mir schon bewusst, dass ich etwas besonders wertvolles in meinen Händen halte. Streiche den Papierbogen mit sanften Handbewegungen glatt und beginne zu lesen:

Empfänger:

Du

Absender:

Das Leben

Beipackzettel des Lebens

 

Pass auf, klettere nicht zu hoch, fahr nicht zu schnell, denk nicht zu viel, …. sei nicht zu fröhlich, fühl dich nicht zu wohl, sag nicht zu oft ja und erst recht nicht zu selten nein. Arbeite nicht zu wenig, jedoch am meisten an dir selbst, schlafe nicht zu viel, das Lebensglück könnte dich verpassen.

Wir könnten ja mal einen Tag nur glücklich sein und sich am nächsten dann gleich wieder bewusst werden, dass auch die Traurigkeit einen Platz in unserem Dasein hat? So erhält das Glück einen besonderen Stellenwert in unserer Wertschätzung. Nimm dir nicht zu viele und vor allem zu hohe Ziele vor. Die niedrigste Form der Erwartungshaltung, die sowieso überbewertet wird. Warum überhaupt erwarten?

Das Glück des Schicksals trifft uns sowieso dann, wenn wir es am wenigsten erwarten und oft auch dann, wenn wir es am wenigsten brauchen können. Versuche einfach nur eines während deines kurzen Lebens …. zumindest einmal die Welt retten, dass sollte drin sein und das sind wir uns schuldig.

Einmal im Leben sollte man ein Herz voll Liebe sein eigen nennen dürfen. Spüren dürfen, dass man um seiner selbst willen geliebt und geachtet wird, ist eins der ganz großen Ziele. Für all das braucht man keinen Doktortitel. Ein wacher Blick genügt, damit der Moment im richtigen Augenblick erkannt werden kann. Wenn dann noch die Bereitschaft des Herzens ihre Tore öffnet und Einlass gewährt ist es Perfektion höchster Güte.

Sei gut zu den Menschen, die dir auf deinem Abenteuer Leben begegnen und lächle ihnen entgegen. Das, was du zu geben bereit bist, kommt zurück wie ein Bumerang, der sich auf Reisen begibt. Sei vorsichtig und wähle mit Bedacht die Weggefährten neben dir aus. Lass dich nicht ausnutzen und hüte dich davor, selbst in die Versuchung zu geraten. Vertraue deinem Bauchgefühl und ziehe deinen Verstand zu Rate, wenn dein Bauch unsicher ist. Die Mischung aus all dem ergibt erst den Sinn, der glücklich sein zulässt.

Sei gut zu dir und beginne deinen Tag mit einem Lächeln, dass du deinem Spiegelbild entgegen wirfst. Begegne den Menschen, die deinen Tages Weg kreuzen, stets mit dem gleichen Lächeln. Die beste Option, den Tag mit Zufriedenheit zu beschließen.

Helfe uneigennützig, wenn du helfen kannst und denke nie daran, mehr als ein Danke zu fordern. Sei dir immer bewusst, dass auch du einmal Hilfe benötigen könntest und hast vielleicht nichts weiter, außer einem Dank und einem Lächeln auf den Lippen.

Am Abend und Wegesende unseres Lebens wenden wir uns dann dem Himmel zu, suchen uns die Wolke aus, auf der wir uns niederlassen möchten, um von oben herab zu blicken um unsere liebgewonnenen Weggefährten weiterhin zu begleiten und zu schützen.

Mit dem Sinn geliebt zu haben und geliebt worden zu sein, haben wir die höchste Stufe des Glücks erreicht und können wahrlich mit Fug und Recht sagen:

»Ich habe gelebt«

Nun, da du gelesen hast und hoffentlich auch verstanden hast, rolle das Blatt wieder zusammen und stecke es in die Flasche zurück. Lass die Botschaft wieder ins Meer gleiten, damit sie auch andere Menschen erreichen kann. Und nun geh und lebe dein Leben.

Als meine Muse nun so dasitzt und den Blick wieder über das Wasser und der Flaschenpost auf seiner Reise hinterher schaut, danach die Augen auf den Horizont richtet, hat die Sonne ihren Aufgang längst beendet und lacht meinen Gedanken entgegen, die sich nun daran machen, mein Bewusstsein zu wecken. Können es gar nicht erwarten, bis dass ich mich aus dem Bett erhebe um das Erlebnis Lieben, leben, lächeln zu beginnen. Ganz gleich, mit welchen Nebenwirkungen es einem auch begegnet.

Als ich so auf dem Weg ins Bad bin, wundere ich mich nur, wo der ganze Sand herkommt, der an meinen Füßen klebt. Im nächsten Moment aber wische ich meine Frage gleich beiseite. Muss ich immer auf alles eine Antwort haben? Ich glaube nicht, oder was meint ihr?

28.05.15 Pechsträhnchen und Schlauköpfchen

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SAMSUNG CSC

Es begab sich einmal zu einer Zeit von vor etwas über zwei Wochen. An einem eigentlich recht schönen, sonnigen Dienstag im Wonnemonat Mai. Tags zuvor holte ich einen meiner Klienten, die ich im Rahmen des Betreuten Wohnens betreue, aus dem Krankenhaus ab, in welchem er eine Woche lang aus diversen gesundheitlichen Gründen lag. Wobei sich mir jetzt gerade im Moment beim Lesen des Satzes mal wieder die diffuse Tragweite meiner Gedanken klar wird, denn wer legt sich heutzutage schon gesund ins Krankenhaus? Also, ich täte das schon mal nicht, denke ich zumindest.

Obwohl?!  Sich eine  Woche von den Schwestern betüddeln zu lassen, vom Frühstück bis zum feudalen 4- Gänge- Menü- Abendessen in Form von zwei Scheiben Brot, 1 Käseecke, 2 Scheiben Wurst, 1 Gewürzgurke bis ans Bett bringen zu lassen? Dazu gibt es dann eine Tasse erlesensten Kräutertee. Dann noch im Bett nach Herzenslust rumkrümeln dürfen, sich danach von der Schwesternschaft das Kissen aufschütteln und sich von den Restkrümeleien befreien zu lassen. „All inklusive“ das Ganze und selbst die Ärzteschaft, die sich in einer persönlichen Audienz an deinem Bett versammeln und sich nach deinem Befinden erkundigen. Das alles und noch viel mehr und nur für 10 Euro Zuzahlung pro Tag. Wer erträumt sich nicht einen solch feudalen Kurztrip aus dem alltäglichen Wahnsinn, der sich Schlafen, speisen, arbeiten nennt?! Ich zum Beispiel *lächel* Das wäre mir dann doch um einiges zu viel des Guten, denn ich lege mich dann doch lieber und am liebsten gesund in mein eigenes Bett zum Schlafen, laufe tagsüber durch meine Weltgeschichte und nerve hin und wieder meine Mitmenschen mit meinen quirligen Gedanken.

Apropos quirlige Gedanken! Da komme ich doch nun mal wieder zur eigentlichen Geschichte meiner heutigen Gedankengänge zurück und erzähle zunächst weiter im Text. Wie schon so schön gesagt, holte ich tags zuvor einen meiner Klienten aus dem Krankenhaus ab. Benennen wir den Klienten mal wieder aus Respektgründen mit einem Pseudonym  namens: Paul. Paul hatte an diesem Dienstag einen Termin für die Nachbesprechung bei seinem Hausarzt. Nachdem alles geklärt und der Doktor über den Verlauf informiert war, erhielt Paul ein Rezept für die benötigten Medikamente. Man verabschiedete sich, in der Hand nun Rezept und einen Zettel mit neuer Terminabsprache, welchen ich nun für die etwa 10 Meter bis zur Apotheke mit Lesebrille auf der Nase eingängig studierte. Ich weiß zwar auch nicht was ich auf dem Blatt zu finden gehofft habe, vielleicht den einzigen Rechtschreibfehler, der gar keiner war oder was auch immer. Ich weiß es bis zum heutigen Tage nicht. Was ich dann allerdings übersah, brachte den Stein ins Rollen, mich ins Fliegen und die Leute um mich herum in Erstaunen und Entsetzen. Hat jemand von euch schon mal versucht, eine Apotheke fliegender Weise zu betreten? Ja? Nein oder Weiß nicht mehr genau?…

Also ich versuchte es und frage mich heute noch, wer so schnell eine Treppenstufe vor die Apotheke bauen konnte, kurz bevor ich über sie stolperte. Gerne hätte ich das ganze Szenario aus anderer Perspektive beobachten wollen. Ich habe ganz bestimmt mit meinen nach vorne gestreckten Armen ausgesehen wie ein Flughörnchen in Aktion nur halt einige viele Kilos schwerer. Oder wie ein Schwimmer, mit einem gekonnten Kopfsprung ins Wasser, aber längst nicht so elegant. So oder so ähnlich hätte ich es wirklich aus anderer Perspektive beobachten können und nichts läge meinem Wunsch ferner, denn so wären mir die ollen Schmerzen erspart geblieben, die mich heute immer noch plagen und mich an meine „Albatros- Landung“ erinnern.

Während ich dann so unten, ganz unten auf dem Boden lag, ich in Gedanken meine Knochen abzählte und fieberhaft nachdachte, wie ich nun ganz schnell und möglichst unauffällig und selbstständig wieder auf die Beine komme, blickten da plötzlich von oben mindestens fünf Augenpaare auf mich herab und wollten mir hochhelfen. Irgendwie war ich aber schneller, als die Arme nach mir greifen konnten. In meinem Kopf reihte sich ein Sternchen ans nächste, mein Kreislauf fuhr ein paar Runden Achterbahn und auf dem linken Bein konnte ich kaum auftreten, so weh, wie es tat. Mit dem Schienbein bin ich mit voller Wucht auf die Kante der Stufe gefallen. Die rechte Kniescheibe streifte den Boden und mein Wangenknochen ebenso. Bin nur heilfroh gewesen, dass ich nicht auf dem Bauch gelandet bin, der seit meinen vergangenen Op`s vor 3 Jahren zu den empfindlichsten meiner Körperstellen gehört. Mein Schutzengelchen hat mich gottlob davor bewahrt.

Sekundenlang schockierte mich während des Fallens auch, wie schnell einem der Schock in die Glieder fahren kann und einen kaum loslassen mag. Ich hatte das Gefühl, neben mir zu stehen und nahm die aufgeregten Worte der anderen kaum wahr, die mir Sitzplatz, Hilfe und Kühlung, selbst Krankenwagen holen, anboten. Immer noch unter Schock stehend, lehnte ich alle gutgemeinten Hilfeangebote dankend ab, log und beteuerte es gehe mir gut, löste das Rezept ein und humpelte wieder aus der Apotheke. Paul ging neben mir und war immer noch verwirrt über den Vorfall und wusste nicht so recht, was er sagen sollte. Da ich mittlerweile wieder einigermaßen klar denken konnte, meinte ich augenzwinkernd zu ihm »Beim nächsten Mal, wenn wir wieder in eine Apotheke mit Stufe gehen, dann gehst du gefälligst vor mir! Dann kannst du mich wenigstens auffangen, damit du`s nur weißt, ja? « Daraufhin grinste Paul wieder übers ganze Gesicht und ich musste automatisch mitlachen.

Was war ich froh, als dieser Arbeitstag, der noch ein paar Stunden dauerte, vorüber war. Zu Hause angekommen, konnte ich gar nicht mehr auftreten, legte das Bein hoch und packte Kühlpacks darauf. Am Tag darauf hatte ich nur eine Klientin zu betreuen, worüber ich absolut dankbar war. Bis zum folgenden Wochenende bemühte ich mich, meine Termine so gut wie möglich abzuarbeiten und freute mich über jede Möglichkeit zu sitzen. Die Schmerzen ließen einfach nicht nach und die Schwellung nahm zu. Krankschreibung kam für mich partout nicht in Frage, hatte ich doch gerade Vertretungsklienten übernommen, da eine Kollegin in Urlaub war. Bin dann am Wochenende doch noch wegen der Schmerzen in die Ambulanz des Krankenhauses gefahren. Es wurde geröntgt, festgestellt, dass sich ein riesiger Bluterguss in meinem Bein um das Schienbein herum und mittlerweile bis in den Fuß hinein breit gemacht hat aber nichts gebrochen ist. Mit einem  Salbenverband und Schmerzmittel wurde ich dann wieder auf freien, weiter humpelndem Fuß entlassen.

Tja, warum ich gerade heute davon erzähle?

Heute muss ich an den Ort meines Erschreckens zurückkehren, um ein weiteres Rezept für Paul einzulösen. Meine Überlegung nun: Ziehe ich einfach nur eine Sonnenbrille an oder färbe ich vorher meine Haare in Maigrün, damit mich niemand wieder erkennt? Ach, was! Ich werde hocherhobenen Hauptes und mit Vorsicht die Treppenstufe hochsteigen und auf meinen Beinen die Apotheke betreten und lächeln, so wie ich immer lächle. Falls ich wieder erkannt werde, ist das nun mal so und damit leben kann ich allemal. Die Kunst des über mich selbst Lachens beherrsche ich schon  seit ewigen Zeiten aus dem *eff eff*

Das und so viel zu meinen ureigenen Pechsträhnen, die sich gewaschen haben und über die ich im Nachhinein doch wieder lachen muss. Humor ist, wenn man trotzdem lächelt.

Damit ich in dieser Geschichte nicht nur von mir selbst erzähle, hier noch ein paar weitere Anekdoten von einem Schlauköpfchen, das vor den 7 Bergen wohnt und das 100 x schlauer ist als ich jemals sein werde, denke ich. Na zumindest ist es sein Ziel und meine Befürchtung. *lächel*

Leon 22.03.15

Leon betrachtet ein gemaltes Bild im Netz, was Menschen von hinten zeigt, verschiedener Nationalitäten, die sich an den Händen halten. »Oma, das hier könnte ich sein und du auch daneben. Aber nicht so wirklich, denn du hast eine andere Farbe von Haaren. Deine Haare sind da braun und zeigt auf eine dunklere Strähne in meinem Haar und die anderen Haare sind alle gold«

Tja, wenn man das so betrachtet, dann hat manch ein Mensch Esel im Stall stehen, die Gold produzieren, aber wer hat schon eine Oma, die goldene Haare besitzt? Höchstens der kleine Leon! Bilde ich mir jetzt einfach mal so ein und buche das unter Stolz in meiner Omabilanz ab *lächel*

25.04.15 Leon

– Ich muss auf eine Bühne. Da kann ich dann singen und tanzen.

Die Bühnen sind schon längst von der Welt, die gibt es nicht mehr. Weil die ja ausgestorben sind.

Nach seinem Hipp- Hopp- Schwing das Beinchen- Tanz fragte Leon, wie ich seinen Tanz gefunden habe. Ich antwortete »Das war toll, wie du getanzt hast. Du bist ja ein richtiger Wunderknabe« Er: »Das ist gut! So kannst du mich dann jetzt auch immer nennen, Oma«

9.05.15 Leon

Heute Morgen wollte Leon, wie immer, mit Opa zum Bäcker gehen. Kommt zu mir und fragt » Oma, hast du noch ein Geld? Der Opa hat sein ganzes Geld schon verkauft. Jetzt haben wir gezählt, wie viel Geld wir noch haben und das waren 39 Geld. Das reicht dann, wenn du mir noch 1 Geld gibst. Dann können wir auch zum Bäcker kaufen gehen«

10.05.15 Leon

Unterwegs im Auto erzählt Leon » Da habe ich doch von einer Frau doch die zwei Mickey Mouse Luftballons bekommen, weißt du das Oma?« Ich meinte:»Welche Frau meinst du nun Leon, kenne ich die Frau?« »Weiß ich nicht, das kann sein. Die Frau hat schwarze Haare und eine braune Haut. Oder die hat braune Haare« Was denn nun Leon? Hat die denn nun schwarze Haut?« Nein, die hat braune Haut und ja, ein blaues Auto fährt die Frau« Ahh, okay Leon, du meinst bestimmt die Patentante von deiner Mama und das ist die Freundin von der Oma. Was ist denn nun mit ihr? » Das war nett von ihr, weil sie mir die Luftballons geschenkt hat.

Leon 18.05.

»Oma? Ich kenne das größte Haus auf der Welt. Das Haus ist ein Hochkratzer. « Du meinst wohl Wolkenkratzer. Die heißen so, weil es so ausschaut, als würden die Häuser die Wolken von unten ankratzen, weil sie so hoch sind. »Nein, das kann aber nicht sein. Die Wolken haben aber keine Kratzer, das würde man ja sehen und die Wolken würden dann auch vom Himmel fallen, wenn die angekratzt würden.«

Leon 18.05.

 Im Auto unterwegs » Oma, weißt du, was ich schon immer werden wollte? Ich wollte schon immer Polizei werden« Warum wolltest du das denn werden Leon? » Als Polizei kann ich dann immer Diebe einfangen. Da fahre ich dann mit dem Auto rum und fange die ein. Das kann ich ja auch mit einem Netz machen«

Leon 20.05.

Ich bin böse, aber ich bin nicht gefesselt. Ich bin immer böse und dann wieder lieb.

Ein Dieb, der kann auch lieb sein und wenn ein Dieb lieb ist, braucht man ihm nicht wehtun, sondern nur fesseln. Das reicht dann auch, weil der Dieb ja lieb ist. » Wie kommst du denn darauf, dass ein Dieb lieb sein kann? »Die sind doch immer böse, weil sie Dinge stehlen.«

Leon 26.05.

»Oma? Ich habe eine gute Idee! Wir können ja ein Bild malen. Weißt du, für die Diebe« »Wie nun Leon? Warum denn für die Diebe und was für ein Bild soll das denn sein?« »Na Oma, ist doch eine gute Idee! Ich male ein Bild auf dem Diebe drauf sind und dann noch so ein Kreuz dazu, wie eins, was auf so Verbotsschilder drauf ist, damit die Diebe wissen, dass sie da nicht hindürfen. Und dann lege ich da Geld hin« »Ja okay Leon, soweit habe ich das verstanden mit dem Bild. Aber wenn du da auch noch Geld hinlegen möchtest, kommen die Diebe doch trotzdem, weil die möchten ja das Geld haben. Da würde ich das Geld doch gar nicht hinlegen, denn von dem Verbot lassen die sich gar nicht von abhalten.« »Aber Oma, das ist doch der gute Trick dabei! Ich bau da neben dem Geld ja auch gleich eine Falle auf und wenn die Diebe kommen, dann sind die gleich gefangen wie in einem ganz kleinen Gefängnis und dann kann ich die einfangen und in das große Gefängnis bringen. Da müssen die dann arbeiten.« Aha, naja … Also sollen die Diebe dann im Gefängnis arbeiten. Und was sollen die dort arbeiten?« Die sollen dann streichen und das Gefängnis bunt anmalen, damit alle wissen, das ist ein Gefängnis. Ist das nicht eine tolle Idee, Oma?« »Ist er nicht wieder mal ein schlaues Schlauköpfchen, dieser kleine laufende Meter, der sich mein Enkelchen nennt? *lächel*

Euch allen da draußen und drinnen, wünsche ich einen ganz wundervollen Start in den heutigen Tag mit ganz viel Sonnenschein, einem funktionierenden und gutgelaunten Schutzengel an der Seite und einem Dauerlächeln im Gesicht.

5.05.15 Es gibt so Tage, da wünschte ich, ich wär nicht ich

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Herz auf Holzpfahl

Könnte mir mal jemand einen Rotstift leihen? Warum fragt ihr? Fragt ihr das nun wirklich? Ich würde gerne den gestrigen Tag in den Ausverkauf geben, ihn abschieben, freigeben zum Verstauben. Ihn einfach streichen, sinn- , geruchlos und von Werten befreit. Oder mag ihn jemand geschenkt haben? Gerne übernehme ich das Porto und sende ihn pronto per Expresspostboten dem neuen Besitzer. Ins liebevoll gepackte und mit Schleifen versehene Päckchen lege ich dann noch ein paar „Du tust mir leid- Zeilen“ hinein.

Mag ihn nun wirklich niemand haben, den meinen gestrigen Tag? Ganz ehrlich? Ich kann euch verstehen. So insgeheim kann ich es wirklich, wenn ich es auch nie und niemals zugeben würde. Ich wollte ihn auch nicht, aber das dumme Schicksal befand es wohl wieder mal an der Zeit, mir eine Lektion erteilen zu müssen, damit ich auch immer schön bodenständig bleibe und nicht abhebe bei allem Seelenglück, das sich in mir nieder gelassen hat.

Angefangen hat ja alles schon in der Nacht zuvor. So mittendrin und schlagartig. Ich wachte auf und besuchte das Badezimmer. Da schaute ich dann beim Hinausgehen auf die Uhr, die mir erzählte, dass es 2.30 Uhr in der Früh war. Also ab ins Bett zurück, meinem Inneren gesagt, dass es noch zu früh ist, meine Gedanken aus den Federn zu werfen. Irgendwann schliefen meine Augen dann auch mittendrin im Denken wieder ein. Kaum ein paar Minuten später schlugen meine Gedanken um sich und wollten auf die Reise. Innerlich heulend stand ich wieder auf meinen Beinen, schlurfte zur Uhr im Bad und stellte fest, dass es mit 4.15 Uhr eigentlich immer noch zu früh ist. Aber was soll`s? Da ich den Wecker auf 5.30 Uhr gestellt habe, um mich ausreichend  zu einem Termin um 7 Uhr fit zu fühlen, blieb ich nun auch auf. Jetzt nochmal in den Traum der schlafenden Gemüter zu versinken, hätte ein fatales Verschlafen zur Folge gehabt. Also Kaffee geholt, langsam erwacht und dann ins Bad, duschen, anziehen und im Anschluss während dem Zähneputzen meinem Spiegelbild ein paar Grimassen entgegen werfen. Gesagt, getan und gut ist.

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich einen Termin hatte? Ja? Hatte ich bereits? Na gut, dann weiter im Text. Mein Auto musste in die Werkstatt. Eigentlich der Wagen meiner Tochter, der aber vor ein paar Wochen auf mich angemeldet wurde. Meine Tochter macht zurzeit den Führerschein, doch den Wagen hat sie sich bereits gekauft, da die Gelegenheit und der Wagen günstig war, es zudem auch noch ihr kleines Traumauto ist. Bislang stand dieses Auto noch auf dem Parkplatz ihres Vaters, frischer TÜV, von Schäden repariert und wartete darauf, bis ein neuer Führerschein das Licht der Welt erblickt. Da unser Auto nun in die Werkstatt musste mit einer etwas langwierigeren Sache, da die Ersatzteile für diesen Wagen nicht so leicht zu finden sind,  kam es gerade recht, dass das Auto meiner Tochter darauf wartete, wieder gefahren zu werden. In meinem Job muss ich nun mal bestenfalls mobil sein, denn die Termine für die Betreuung sind oftmals engmaschig und auf die Zeit ausgelegt, die man mit dem Auto benötigt um von Klient A zu Klient B zu kommen.

Also, unser Auto in der Werkstatt- Töchterchens Auto angemeldet und alle waren zufrieden. Die ersten drei Wochen waren auch kein Thema. Das Auto lief und fuhr munter auf seinen vier Rädern umher. Bis letzte Woche zumindest. Da begann der Wagen im Leerlauf immer lauter zu werden. Der nächste Weg an diesem Tag war dann der zu einer Prüfwerkstatt. Dort bekam ich einen Termin für gestern Morgen 7.00 Uhr und man meinte, bis dahin könnte ich die nötigen Fahrten unternehmen, ohne dass mir der Motor um die Ohren fliegt. Vermutung liegt nahe, dass der Leerlaufmesser nicht mehr richtig funktioniert und bei baldiger Reparatur kein größerer Schaden entstehen kann, außer dass er mehr Benzin braucht. Meine Hoffnung, für die Wartezeit bis zur Reparatur von der Werkstatt Rabattmarken fürs Tanken zu bekommen, blieb einsame Hoffnung. Schade eigentlich.

Nun hat sich meine Freundin angeboten, mit mir zur Werkstatt zu fahren und mich dann wieder nach Hause zu bringen. Wir verabredeten uns, gesagt, getan, wir fuhren also getrennt und den Heimweg gemeinsam. Auf dem Weg meinte sie dann, dass sie eben auch noch in die Werkstatt ihres Vertrauens möchte, um ein kaputtes Rücklicht auswechseln zu lassen. So  hielten wir dann dort und der Service- Mitarbeiter versprach, das Lämpchen gleich auswechseln zu lassen und lud uns auf einen Kaffee in der Warteecke ein. Den Service wollten wir uns doch nicht entgehen lassen und setzten uns dann an einen der dort stehenden Tische, genossen den Kaffee und ich erzählte meiner Freundin eine lustige Episode, die sich am Wochenende beim, bzw. nach dem zweiten Treffen meiner neuen Gruppe zugetragen hat, die ich als Freizeitaktion im Rahmen meines Jobs anbieten darf.

Als ich dann anbot, zwei der teilnehmenden Damen noch ein Stück mit dem Auto mitzunehmen, habe ich noch nicht gewusst, dass ich mir zwei „Drama- Queens“ ins Auto geladen habe, die sich gegenseitig emotional so hochpushten, dass mir Angst und bange wurde. Verzweifelt versuchte ich diese munitionsgeladene Stimmung wieder zu entschärfen, was mir erst beim dritten Anlauf durch einen Themawechsel gelang. Im Nachhinein gesehen, war es ein Slapstick der feinsten Sorte über den ich heute noch herzhaft lachen muss. Solche Episoden spiegeln beim Erzählen auch erst dann den wahren Humor wider, wenn sie mit den vorhandenen Emotionen erzählt werden.

Um es noch einmal kurz in Erinnerung zu rufen:

Es begab sich irgendwo in Deutschland, frühmorgens um 7.15 Uhr in irgendeiner Kaffeeecke in irgendeinem Servicebereich irgendeiner Werkstatt. Nicht irgendeiner, sondern meiner Freundin erzählte ich dort nun mein Erlebnis mit gedämpfter emotionaler Stimme (so dachte ich).

In der Warteecke saßen noch drei weitere Personen. Eine junge Dame, ein älterer Herr und hinter meinem Rücken eine weitere ältere Dame, auf jung getrimmt, mit Storchenbeinen in eine gesprenkelte Storchenjeans gequetscht, Barfußsommersandalen, aus der rotglänzende Nägel hervorblitzten. Ein Motorbike- Lederblouson obenherum, aus der ein, nicht ganz faltenfreier Storchenhals hervorlugte, der ein nicht faltenfreies Gesicht zum Besten trug. Die Krönung war dann noch, die aschblond gefärbte und toupierte Haarpracht.

Ihr merkt schon, dass diese Lady meinen Sarkasmus geschürt hat. Aber glaubt mir – Sie hat ihn mehr als verdient. Hätte sie mal etwas gesagt, dann hätte ich ihr die passende Antwort geben können. Aber dadurch, dass sie ihre rollenden Augen und ihr ständiges Aufstöhnen und Giftblicke hinter meinem Rücken in meine Richtung warf und keinen Ton von sich gab, habe ich gar nicht bemerkt, was sie tat. Nur meine Freundin bekam es mit, konnte den Blick nicht von der Lady wenden und meinte dann irgendwann, mittendrin in meiner Erzählung »Kommst du mit nach draußen? Ich möchte gerne eine Zigarette rauchen« Na gut, dachte ich. Dabei hätte ich meine Geschichte schon fast fertig gehabt und war ein wenig enttäuscht, da ich dachte, es interessiert sie nicht so richtig, was ich zu berichten hatte.

Bin also mit und draußen klärte mich meine Freundin darüber auf, was so hinter meinem Rücken passierte und sie sich deshalb nicht konzentrieren konnte, meinem Bericht zu folgen. Besänftigt ließ ich mir nun von meiner Freundin erzählen, was diese Lady so alles veranstaltet hat und meinte, dass es wohl immer wieder Leute geben wird, die, wenn sie Ruhe suchen, besser in die Kirche gehen sollten, anstatt sich in aller Hergottsfrühe in den Warteecken einer Werkstatt aufzuhalten. Ich kann doch schließlich auch nichts dafür, dass meine Gedanken und mein Mund am frühen Morgen schon so munter sind. Wenn sich die gute Lady mal mit Stimme geäußert hätte, anstatt stummfischartige Grimassen zu schneiden und die Augen zu rollen, hätte ihr geholfen werden können. Habe ja auch schließlich keine Augen im Rücken, oder?

Irgendwann und recht schnell war dann das Rücklicht ausgetauscht und meine Freundin brachte mich nach Hause. Ihr denkt nun, ich habe fertig mit meiner Story und meinem gestrigen Tag? Weit gefehlt. Der Tag ging weiter, wie er begonnen hat. Ein Ding kommt selten allein, da muss bei mir noch gleich ein weiteres Dilemma folgen.

Am Morgen bekam ich einen Anruf von meinem Klienten, mit dem ich für gestern einen Betreuungstermin vereinbart habe. Nennen wir den Klienten einfach mal Robert. „Robert“ ein ganz netter und zugänglicher Mensch mit einem geistigen Handicap. Robert rief mich an und sagte, dass er mich informieren wollte, dass er im Krankenhaus liegt und ich doch ein paar Sachen, die er benötigt, dorthin bringen möchte. Ich ging also ins Büro, wo einige Zweitschlüssel der Klienten deponiert sind und holte mir den von seiner Wohnung. Am frühen Mittag war mein Töchterchens Auto wieder repariert, fuhr mit dem Taxi hin und war nun wieder selbst fahrbereit. Ich fuhr zu Roberts Wohnung, packte eine Tasche mit den Dingen, die man für einen KH- Aufenthalt benötigt und machte mich auf den Weg. Ein kurzer Anruf auf Roberts Mobiltelefon, in welchem Krankenhaus er sich denn nun befindet und gut.

Nun muss ich noch erwähnen, dass es hier im Umkreis einige Krankenhäuser gibt. Zwei im Umkreis von 7 km und eines in der nächsten Kreisstadt, welches dann auch nach ca. 15 km erreicht ist. In der Bonner und Kölner Gegend gibt es dann noch jede Menge weitere Kliniken, von denen aber in der meinen Geschichte hier aber keine eine weitere Rolle spielten.  Robert meinte, er läge im St. Josef KH auf Station 2 a in Zimmer mit einer 4 auf der Türe. Ich fuhr dorthin, ging hinein und mit dem Fahrstuhl in die zweite Etage. Dort ausgestiegen, sah ich, dass es keine Station 2 und noch weniger 2a gibt, sondern, dass auf dieser Etage die Seelsorge beheimatet ist. Mit dem Fahrstuhl dann auf Station 4 a und 4 b, dort bei der Stationsschwester nachgefragt. Der gute Robert war dort nicht bekannt. Bei einem nochmaligen Anruf bei Robert, bestätigte er nachdrücklich und voller Überzeugung, dass er doch in diesem Krankenhaus sei.

In den Fahrstuhl zurück, runter zur Information und dort nachgefragt. Der Patient war nicht im System, aber vielleicht noch in der Ambulanz? Dort angekommen, bekam ich das Gleiche zu hören, wie an der Information »Nein, dieser Patient war heute noch nicht hier und stationär erst recht nicht. Vielleicht ist er aber auch im Johannes- Hospital. Moment, ich rufe dort an und frage nach.«  Fehlanzeige, denn auch dort war er nicht bekannt. Ich bin dann wieder zum Auto zurück, rief wieder bei Robert an und fragte, ob er eine Klingel am Bett habe. Die solle er drücken und mir die Schwester ans Telefon geben, sobald sie ins Zimmer kommt. Nach einer Weile kam sie dann auch dran, ich stellte mich vor und fragte, in welchem KH sich denn nun Robert befinden würde. Er war dann letztendlich in der nächsten Kreisstadt, wo ich ihn gar nicht vermutet hätte.

Die Tasche kam dann endlich an und ich war froh, in der Tiefgarage neben dem KH noch einen Parkplatz gefunden zu haben. Etwa eine Stunde blieb ich dann noch dort und machte mich wieder auf den Weg zum Auto. In der Garage angekommen, stutzte ich. »Hier hattest du doch geparkt! Genau hier, das weiß ich doch noch! Oder war es doch eine halbe Etage höher? Nein, dort auch nicht! Vielleicht noch eine höher oder aber weiter unten noch eine weitere Etage runter? Auch nicht. Das würde mir jetzt noch fehlen! Das Auto, dieses Auto wird doch wohl niemand klauen wollen, oder etwa doch? Habe ich alles abgeschlossen, als ich ausstieg? Ja, ganz sicher habe ich das doch, oder? Das fehlt mir heute jetzt noch, dass wäre der krönenden Abschluss eines Tages gewesen, um den ich nie und nimmer bitten würde.

Wie gesagt, ein Tag, den ich lieber verschenken würde. Ich brauche sowas nicht. Nicht jetzt und auch in Zukunft nimmer!« So grollte ich innerlich noch eine ganze Weile rum, lief gefühlte zwanzigeinhalb Mal hoch und runter in dieser Garage und plötzlich sah ich ein bekanntes Nummernschild! Ohh, da steht er nun doch, alles ist gut und langsam kam auch die Farbe wieder in mein Gesicht zurück.

Nach einem weiteren Termin bei einem weiteren Klienten, konnte ich mich dann endlich auf den Nachhauseweg machen und das bisschen Restabend endlich nun ohne weitere Zwischenfälle genießen.

Wenn ich jetzt mal darüber nachdenke, nehme ich vielleicht doch lieber mein Angebot vom Anfang dieser Geschichte wieder zurück. Wenn ich den Tag verschenken würde, hätte ich auch nichts mehr zu erzählen und es läge für den heutigen Tag wieder mal ein weißes Blatt Papier auf dem Boden meines Blogs herum und würde vom Winde verweht. Unbescholten, Buchstabenlos und leer. So bin ich denn dann doch froh, den Rotstift nicht in meine Finger bekommen zu haben *lächel* ❤

Euch wünsche ich nun einen wunderbaren und entspannten Tag heute, der mit einem Lächeln beginnen und mit einem Lächeln zur Nacht  beendet wird.

8.04.15 Rendezvous der Osterhasen

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ausschnitt ostern

Gestern Abend, da nahm ich doch endlich mal den Wunsch, meine Muse im Traum zu treffen, mit ins häusliche Schlafbett-Gebet und in den Schlaf hinein. Ehrlicher Weise sollte ich vielleicht aber noch dazusagen, dass ich das seit mindestens zwei Monaten an mindestens jedem zweiten Abend mache. Zu schreiben, das Niederschreiben meiner Gedanken. Geschichten in schreibender Weise zu virtuellem Papier bringen. So einfach und so aus meinen virtuellen Gedanken und meinem wahrhaftigem Bauch heraus, das war und ist mein Ding, mein Wille und der Wunsch danach ist und gehört zu meinem alltäglichen Schlafbettgebet dazu, wie die Butter aufs Brot.

Da ich beim Schlafbettgebet jedoch immer so schnell und so müde werde, dass mir die Augen ganz schnell zufallen wollen und meine Gedanken sich auch von mir verabschieden, bleibt mir oft nie viel Zeit für mein Wunschtraumsprüchlein und ich muss mich beeilen, den Wunsch gedanklich auszusprechen.

In diesen, wie schon geschrieben, zwei Monaten hat sich dann mein Schlaf mit allem, was er so in sich trägt an prägnanten Wünschen, auf die Reise in den Garten der Träume gemacht und hat meine Wunschliste vergraben, eingebuddelt oder einfach verscharrt und den Mantel seiner Vergessenheit darüber ausgebreitet. Am Folgeabend und Folgegebet hat sich mein Ich einfach blöd gestellt, war immer wieder ganz erstaunt und überzeugt, ich hätte nie nach diesem Wunsch gebeten.

So verging dann Tag für Tag und Woche für Woche und nichts tat sich. So ein wenig Anflug kleiner Ideen von links und rechts kam da schon. Aber eben nichts Brauchbares. Nichts wirklich brauchbares, was sich meinen Leseaugen würdig eröffnen wollte.

Habe ich euch eigentlich schon erzählt, dass ich schon lange den Wunsch in mir spürte, meine Muse würde ihren Urlaub frühzeitig abbrechen und zu mir zurückkehren? Ach, hatte ich schon?! Wirklich?!  Na denn, dann gut. Ansonsten hätte ich es euch morgen erzählt. So gehe ich dann heute Abend wieder mal mit der Mutter meiner Gedanken zu Gericht und verhandele mit ihr über das Aufenthaltsbestimmungsrecht meiner Schreibmuse, die für immer bei mir bleiben soll. Bei Tage und nur des Nachts Urlaubsansprüche stellen darf.

Ich glaube, ich denke, ihr macht euch so langsam nun Gedanken, nicht wahr? Gedanken darüber, was mein ganzes Schreibspektakel mit dem Titel meines heutigen Beitrages gemeinsam hat, stimmt`s? Nun will ich mich mal von meinen Wünschen und Erklärungen ob meiner immer noch anhaltenden Schreibabstinenz, die sich bald ins Nirwana verabschieden möge, trennen und langsam zum Mittelpunkt meiner Kreise ziehen, um den Punkt zu erreichen, damit es den Titel  „Rendezvous der Osterhasen“ nicht einfach so, aus der Luft gegriffen, erscheinen lässt.

Ehrlich nun? So manches Mal schaue ich im großen Raum des www`s umher, wenn ich nicht mehr genau weiß, wie ein Begriff, welches ich gerne nutzen möchte, geschrieben wird. Zumindest so ungefähr, wie ich denke, dass es geschrieben wird. Nicht zu verwechseln mit den hochherrschaftlichen Augen von Onkel Duden. Nur einfach so, wie es meinen Leseaugen als richtig erscheinen mag. Das reicht mir schon aus. Ob es nun dann mit der heutigen, mir oftmals unmelodisch erklingenden Rechtschreibmelodie einhergeht, ist mir im Prinzip so manches Mal ein ganz klein wenig *schnuppe*. Anlehnungsweise bin ich dennoch bemüht, den meinen Schreibworten ein passendes und vernünftiges Kleid zu geben. Dabei steckt der Fehlerteufel immer noch oft im Detail, wessen ich mir stets bewusst bin. *lächel*

Damit ich hier nicht schon wieder in Erzählwut ausarte, möchte ich mich nun weiter auf den Mittelpunkt zubewegen. So habe ich dann auch mal wieder nachgeschaut, ob ich das »Rendezvous« nun mit den richtigen Buchstaben an richtiger Stelle bestückt habe. Ich stellte freudig fest, ich habe tatsächlich. Bei der Suche allerdings, bin ich auf eine Erklärung von Rendezvous gestoßen, deren Form und Sinnbegriff mir noch total fremd war und mich in Lachen versetzt hat. Wusstet ihr, wie Rendezvous im großen Nachschlagewerk von Wikipedia erklärt wird?

Ich zitiere:

»Das Rendezvous-System ist eine Einsatztaktik, bei der zwei Einheiten zum selben Einsatzort alarmiert werden, um dort gemeinsam Hilfe zu leisten. Im Rettungsdienst bezeichnet Rendezvous-System die getrennte Anreise des Rettungswagen (RTW) und desselben Notfallort. An der Einsatzstelle treffen die beiden Rettungsdienst- Einheiten zusammen (Rendezvous)«

😉 Zitat- Ende und Punkt. 

Ganz so alarmierend und hilfebedürftig ist es in meiner Geschichte nicht abgelaufen. Eher war es ein freudiges Rendezvous, ein geselliges Treffen in einer Gruppe von netten Menschen, die wir in der Betreuung durch den Alltag begleiten dürfen. Ein Osterbrunch wird, neben vielen weiteren Aktionen, alljährlich zur Osterzeit als Freizeitaktion angeboten. Die Kollegen tragen sich dazu als Hilfen und Begleitung der Angebote in die gewünschten Aktivitäten ein und es obliegt ihnen dann die Durchführung der verschiedensten Dinge, die dem Alltag den Rücken kehren sollen, dafür der Freude Platz machen, für Menschen mit und ohne Behinderungen.

So habe ich mich eingetragen, mit einer weiteren Kollegin zum *Osterbrunch* , der am Karsamstag stattgefunden  hat. Der Karfreitag war bei mir angefüllt mit ganz vielen Vorbereitungen, die mich vor lauter Backerei und Backkünsten nicht mehr aus der Küche rauskommen ließen. Einzig und allein durfte nur die Masse an Hefeteigen *gehen* während ich in der Küche und am Backofen bleiben musste. Diesmal hat auch alles, wie gewünscht, funktioniert. Alles backte richtig, so wie es Bäckerinnen wünschen und mein Herz war zufrieden, wenn auch am Abend müde. Ach ja …

Als ich dann am Nachmittag Zeit hatte, bin ich doch für ein Weilchen aus der Küche heraus gekommen und habe mit meinem Töchterlein und meinem Enkel die Osterdeko für Zuhause und für den Osterbrunch gebastelt, gemalt und bestückt. So kam dann eins zum anderen und alles fügte sich zusammen, was zusammengehört. Die Hefe zu geflochtenen Osterzopf- Nestern für die Ostereier mit Löffelfahnen, um die Brunch- Besucher zu begrüßen.

Ostereikranz

Die Käsesahnetorten mit den Mandarinen und der Steifmachgelatine. Der Kakao ging  mit dem Vanilleteig  eine Symbiose in der Kuchenform ein, aus der ein Marmorkuchensprössling entstand.

So ging es an diesem Tag recht arbeitsreich und doch sehr kreativ und fleißig voran, bis dass alles am Platz war, wo es hingehörte. Wie froh war ich an diesem Abend, als mein Bett nach mir gerufen hat. Aber das könnt ihr euch sicherlich schon selbst denken, denke ich.

Der Brunch oder auch Rendezvous der Osterhasen  selbst und die angemeldeten Gäste war ein voller Erfolg. Ein jeder fühlte sich wohl und so hat sich der ganze Aufwand vom Vortag in Wohlgefallen und Komplimenten aufgelöst und wich einer inneren Zufriedenheit und dem Dank an meinen Backofen und den beiden Helferleins, die mich beim Basteln unterstützt haben.

Ich hoffe, ihr habt die Ostertage auch alle mehr als genossen. Lasst die Waage besser auch noch, so wie ich, ein oder zwei Wochen außer Sicht- und Reichweite, sofern ihr ein Rendezvous mit alle den leckeren Osterschlemmereien oder dem Osterhasen eingegangen seid. Das Dekolleté meiner Hüften hat bestimmt ein wenig zugenommen. Dessen bin ich mir fast sicher und ich werde mich nun die kommenden Tage wieder etwas mehr mit Bewegung bestrafen müssen, damit die Waage nicht ganz versagt, wenn ich sie aus ihrem *Verlies* befreie.

Euch allen nun einen wunderbaren Tag, der euch lächeln lässt. Passt gut auf euch auf und denkt daran: Auch heute werde ich mein Schlafbettgebet meiner Schreibmuse widmen und wenn ihr möchtet, packe ich eure Wünsche gleich mit hinein *lächel*

22.03.15 Lieferanten sind ein armes Volk

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Osterdeko 1

 1000 x an Tür und Briefkasten geklopft und 1000 x ist nichts passiert 😉

Die Tür ging nicht auf, denn ich war nicht da. Also nicht so wirklich “nicht da“, aber ich hatte den Kopfhörer auf, voller Gedankenmusik. Bis jetzt hatte ich immer geglaubt, die Gedanken um und im Job bei Feierabend dort lassen zu können, wo sie hingehören. Nämlich „auf der Arbeit“ und erst dann wieder aufzunehmen, wenn die Arbeitszeit neu beginnt. Doch nix da, nada, „Rièn de wa plex“. Des Nachts wache ich hin und wieder auf und habe eine Lösung parat, wie ich dem einen oder anderen Klienten noch bei einem Alltagsproblem noch besser helfen könnte. Nun frage ich mich allerdings, ob ich nicht nun auch ein Problem habe. Habe ich? Na, ich sollte daran arbeiten, denke ich, das sollte ich wirklich und wahrhaftig. So eine Angewohnheit könnte sonst manische Ausdehnungen bekommen und ich komme gar in den Bedarf einer Bezugsbetreuung für meine Gedanken. Eine Bezugsbetreuerin für betreute Menschen braucht selbst einen Bezugsbetreuer. Das wäre ganz arg blöde, wenn ich das mal so dahin und darstellen darf.

Doch zunächst wieder zurück zum Lieferanten, der das Päckchen bei mir abzuliefern hatte. Absender = meine Muse, Empfänger = Ich. Da klopfen wir doch immer gleich an die Tür der Beschwerdestelle, wenn wir Lieferungen nicht rechtzeitig erhalten. Lieferverzug, Nichtlieferung, Verzögerungsschaden, Schadensersatz! Da sind wir immer schnell zur Stelle! Ist ja auch richtig so, richtig „schön deutsch“ und so gehört sich das *lächel*. Doch nun ist ja wirklich mal ausnahmsweise nicht der Lieferant und der Absender schuldig, sondern die meine eine, die doch diese Lieferung der Gedanken nur hätte annehmen und weiterleiten müssen.

Doch meine Gedankenmusik war so voller Gedanken und vom Job eingespannt, dass sie das Klopfen und Klingeln nicht hörte. Der Lieferant der Muse zog ständig traurig von dannen und seufzte: »Dann komme ich halt morgen wieder.« So ging das jeden lieben Tag. Doch heute hatte der Lieferant endlich Glück, die Tür ging auf und so bin ich dann auch wieder glücklich, euch mal wieder ein paar Gedanken mitteilen zu dürfen. Ich denke, ich werde mal den Aschetopf aus der Kammer holen und mir den ganzen Inhalt über den Kopf rieseln lassen, um zur „Asche- Marie“ und nicht zur „Pech- Marie“  zu werden, die tagtäglich oder wenigstens alle paar Tage mal wieder an die Weiterleitung der Gedanken-Päckchen denkt.

Bevor ich meinen heutigen Landeanflug starte und die heutige Meldung beende, möchte ich noch einige Anekdoten eines der besten Komikanwärter aus meiner nächsten Umgebung ans Herz und in eure Leseaugen legen. Da hat sich wieder so einiges angesammelt, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

Osterdeko 4

  • Leon hat sich heute den Finger leicht gequetscht beim Stuhltragen. Nun läuft er schon den ganzen Tag mit erhobenem Finger herum und meinte gerade: „Oma? Wenn ich huste, dann tut mein Finger weh“ „Wie kommst du denn darauf?“ „ Das weiß ich auch nicht, aber der tut dann weh.“
  • Aus meinem Popo kommt pupsen raus, das ist Luft und ist immer so lustig.
  • Leon sitzt auf dem Sessel während seiner Kinderstunde und sagt dabei:“ Oma ich mache so“ und streckt das Bein in Kerzenmanier in die Höhe „ aber dabei tobe ich nicht und turne. Das darf ich doch Oma?“

Leon 7.02.

  • Vor dem Möbelkaufhaus, Würstchenbude. Leon bekommt ganz plötzlich Hunger und möchte unbedingt dort essen, obwohl es bis zu Hause nur eine viertel Stunde dauern würde. Als ihm gesagt wurde, dass er bis zu Hause warten soll, um dort zu essen, regt er sich auf: „Das ist unfair! Ich habe hier Hunger und nicht erst zu Hause!“ Leon steigert sich in seinen Missmut hinein und vergießt letztendlich ein paar gequetschte Krokodilstränen unter denen er dann hervor presst: “Jetzt muss ich verhungern!“ „Aber Leon, so schnell geht das nicht mit dem Verhungern. Das dauert viel länger, aber nicht auf dem kurzen Weg nach Hause!“ „Doch, das stimmt! Ich muss jetzt verhungern, weil ich nichts zu essen bekommen habe! Das geht ganz schnell!“
  • Leon 14.02.  „Ich habe mein Karnevalskostüm aber nicht mitgebracht. Denn wenn ich mein Kostüm anhabe, kannst du mich ja nicht erkennen.“ „ Warum sollte ich dich dann nicht erkennen können, Leon?“ „ Weil du doch das Kostüm nicht kennst und auch mich nicht, wenn mein Gesicht bunt ist. Aber wenn ich mein Kostüm anhabe, kannst du mich aber trotzdem erkennen an meinen Beinen. Die kennst du doch auch.“
  • Leon hat Pizza mitgebracht und wollte die zum Mittag essen. Bei Oma gabs aber Reis Gemüse in Paprikasoße und Hackbällchen. Leon hatte seine Pizza fertig vor sich stehen und meinte » Die Pizza ist mir viel zu süß! (Ananas- Schinken) Ich möchte auch das gleiche essen wie du und Opa! Aber ganz viel davon! « Gut, ok, dann soll Leon halt seinen Wunsch erfüllt bekommen. Als Leon dann das Gewünschte vor sich stehen hatte, ging dann eine Gabel davon in seinen Mund und eine zweite hinterher und meinte dann: » Ich bin satt und mein Bauch der ist schon ganz voll und tut auch weh!« »Na, das ist ja nun ganz toll! Da erfüllt dir die Oma extra deinen Wunsch und soll dir auch noch ganz viel davon auf den Teller tun, weil du ja ach so einen großen Hunger darauf hattest und nun tut dir so ganz plötzlich dein Bauch soooo weh? Das war nun aber das letzte Mal, dass ich das für dich mache. Damit du das nun auch weißt, ja? « Leon geht kurze Zeit später in die Küche und ich rufe : » Was machst du denn da nun in der Küche?« »Eis« ruft er zurück. »Oh nein! Das gibt es nun aber ganz sicher nicht! Erst das Essen nicht essen wollen wegen Bauch ist schon voll und der tut auch weh … Aber nun Eis haben wollen? Es gibt kein Eis und Punkt!«… » Naaa gut, dann esse ich halt. Dann kann ich aber auch nichts dafür wenn mein Mund platzt. Das passiert dann nämlich wenn ich zu viel esse!«               Er hat natürlich auch nicht mehr viel gegessen, vielleicht noch 2-3 kleine Gäbelchen voll. Ich möchte ja auch nicht verantworten müssen, dass ihm dann noch der Mund vom „vielen“ Essen „platzt“ *lächel*
  • Leon neulich im Möbelkaufhaus
  • Wir suchten neulich in einem Möbelkaufhaus nach einigen Kleinmöbeln. Leon schaute hier und schaute da, fragte dies und fragte das und war ganz guter Laune. Die Eltern von Leon und die meine Wenigkeit waren glücklich, dass der Kleine ziemlich brav war und konnten in Ruhe nach den passenden Teilen schauen und vergleichen. Im Hintergrund lief leise Musik, so wie sie oftmals in Kaufhäusern gespielt wird. Leon fand das ganz gut und summte hier und da mit, sang leise vereinzelte Wörter oder kurze Sätze bei den Songs, die er kannte.

Nach einem kleinen Weilchen erklangen Töne aus den Lautsprechern, die Leon mehr als gefielen und er stellte sich auf die Treppe, die in die 1. Etage führte; auf die 3. oder 4. Stufe, damit er größer wirkte und sang laut den Refrain mit: » Atemlos durch die Nacht«  und tanzte dabei seinen Zwergen- Hipp Hopp- Tanz und hatte absolut kein Problem mit den Leuten, die stehen blieben und herzhaft lachten. Er fand das ganz toll, dass er so im Mittelpunkt stand. Von Lampenfieber keine Spur.

Nun wünsche ich allen noch einen wunderbaren Sonntag im Kreise eurer Lieben und einem Lächeln, dass euer Gesicht heute nicht mehr verlassen mag.

16.02.15 Die flotte Feder Vol. 2

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„Die flotte Feder“ ist ein Schreibprojekt, bei der ein jeder mitmachen kann, darf und wo ein jeder Beitrag aufs Herzlichste begrüßt wird. Der erste Satz wird von einem der Teilnehmer vorgegeben und aus diesem Satz bastelt jeder sich seine eigene Kurzgeschichte, die bei der Gründerin des Projekts verlinkt wird. Näheres zum Hergang findet ihr hier: https://toerrichtesweib.wordpress.com/2015/01/31/okay-last-uns-schreiben/?preview=true&preview_id=22792&preview_nonce=065a20dbc4

Mach doch auch mit ❤

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Hier nun mein Beitrag zum Monat Februar 😉

Noch nie erschien ihr ein Tag so wunderbar wie heute

Sie hatte den Winter noch nie gemocht. Nun, da er so langsam seinen Rückzug antrat und die ersten Schneeglöckchen ihre vorwitzigen Köpfchen durch die Puderzuckerdecke steckten, saß sie auf der Bank am Fenster und schaute hinaus. Wie oft hatte sie hier schon  gesessen? Heinrich, ihr Mann, der ihre Hände vor vier Jahren ein letztes Mal  in die seinen nahm und sanft darüber strich, bevor er die Augen für immer schloss, hatte ihr diese kleine gemütliche Sitzbank vor vielen Jahren gekauft und sie ans Fenster gestellt. »Damit du das Lächeln der Schmetterlinge auch nie verpasst, wenn sie sich mit zarten Flügelschlägen auf die Blüten im Garten niederlassen « pflegte er immer zu sagen. Er war ein Mann, ihr Heinrich, ein ganzer Mann mit einer Sensibilität, die man ihm, ohne ihn zu kennen, gar nicht recht zutrauen mochte. Doch bei Elfriede, seiner geliebten Frau wurde er ganz weich und  ließ sie spüren, wie sanft er doch sein konnte.

Es war eine harte Zeit, die Zeit nach seinem Tod. Mehr als einmal hatte sie gewünscht, gehofft und gebetet, sie könne ihm in die andere Welt folgen, könnte bei ihm sein. Doch ihre Gebete blieben bis jetzt ungehört. Mit der Zeit hat Elfriede sich mit der noch verschlossenen Türe arrangiert und lebte ihr Leben alleine, beschäftigte sich mit alten und neuen Hobbys. Ihren Garten pflegte sie, soweit es ging, noch alleine. Nur hin und wieder bestellte sie den Nachbarsjungen, der ihr für ein kleines Taschengeld den Rasen mähte. Obwohl ein kleines Auto in der Garage stand, machte sie die Einkäufe lieber zu Fuß, sofern ihr das, manchmal schmerzende Knie, nicht den Plan durchkreuzte. Nach vielen Jahren der Enthaltsamkeit strickte, häkelte und nähte sie auch wieder und vertrieb sich so, vor allem in den Wintermonaten, die  Stunden am Tage, bis dass der Mond alles in seine Abendlichtdecke einhüllte und zum Schlafengehen aufforderte.

Viele Freunde hatte sie nicht mehr und die, die noch übrig waren, waren in Pflege- und Altersheimen untergebracht worden von ihren Kindern, selbst unwillig oder aus Zeit- und Platzgründen nicht fähig, sich selbst um die Eltern zu kümmern im Schoße der Familie. Elfriede und Heinrich blieben kinderlos, so sehr sie sich auch Kinder gewünscht hätten. Zu Beginn der Ehe waren beide meist im Ausland unterwegs, um dort zu arbeiten. Als es dann etwas ruhiger im Berufsleben wurde und die Arbeit von Deutschland aus erledigt werden konnte, war es die biologische Uhr, die ihren Dienst an den Nagel hängen wollte. Eine kurze Schwangerschaft mit der Folge einer Fehlgeburt, beendete den Wunsch nach einem Kind jäh und schmerzvoll. Nach Monaten depressiver Phasen fügte man sich seinem Schicksal und nahm es hin. Man hatte ja noch sich und war zu zweit allein. Vieles ist einfacher zu ertragen, wenn man sich den Schmerz teilen kann.

Morgen nun war es wieder soweit. Da ging Elfriede, wie jede Woche samstags zum Friedhof, um Heinrich zu besuchen um ihm zu erzählen, wie sie die vergangenen Tage verbracht hat und wie sehr er doch immer noch fehlt. Sie hatte bereits den Korb mit den Utensilien für die Grabpflege vor die Türe gestellt. Gleich morgen nach dem Frühstück wollte sie sich auf den Weg machen.

Elfriede erhob sich von ihrer Sitzbank und holte die kleine Haushaltsleiter. Die Fenster wollte sie unbedingt heute noch putzen und die Gardinen gleich in die Waschmaschine stecken, damit alles wieder sauber ist zum Wochenende. In letzter Zeit war sie immer ein wenig unsicher, wenn sie auf die dreistufige Leiter stieg und auch heute war es auch so. »Vielleicht sollte ich den Nachbarsjungen fragen, ob er mir neben dem Rasenmähen auch die Gardinen von den Fenstern ab- und wieder aufhängen könnte? Besser wäre es wohl, bevor ich von der Leiter fliege und mich verletze oder gar noch die Knochen breche« dachte sie so bei sich. »Beim nächsten Mal bestimmt« nahm Elfriede sich fest vor. Endlich geschafft und die  Waschmaschine durchbrach mit ihren monotonen und doch angenehmen Drehgeräuschen die Stille im Haus. Die Fenster strahlten wieder in neuem Glanz und warteten nur noch auf ihr strahlend weißes Kleid, welches nur noch den Schleudergang der Maschine überdauern musste, um sie wieder zu schmücken.

Elfriede mochte den Duft im Haus von frisch gewaschenen Gardinen und den Blick aus den frisch geputzten Fenstern. Sie holte die Wäsche aus der Waschmaschine und legte sie in den davor stehenden Korb. Nun wieder die Leiter am Fenster aufgestellt, die Gardine halb über die Schulter gelegt und die drei Stufen hochgestiegen. Schon wieder machte sich diese Unsicherheit in Elfriedes Beinen und Kopf breit. Im letzten Moment versuchte sie noch, sich am Fenstergriff festzuhalten, verfehlte ihn jedoch, stürzte, schlug mit dem Hinterkopf noch auf die Tischkante, bevor ihr Körper unsanft auf dem Fliesenboden landete.

Nach gefühlten Ewigkeiten öffnet sie die Augen. Sie spürt keinen Schmerz und ihr ist so leicht zumute. Eine Leichtigkeit, die sie so lange nicht mehr erlebt hat. Sie setzt sich auf und streicht ihre Haare zurecht und die Locke aus dem Gesicht, die während dem Sturz ihre Augen bedeckte. Langsam steht sie auf und geht vorsichtig zu ihrer Sitzbank ans Fenster. »Erst einmal kurz ausruhen und prüfen, ob sich noch alle Körperteile an den richtigen Stellen befinden« denkt sie bei sich und setzt sich hin. »Noch einmal steige ich besser nicht auf die Leiter und rufe gleich bei der Nachbarin an, damit sie oder ihr Sohn mir bei den Gardinen helfen kann. Aber erst später« denkt Elfriede bei sich und schaut aus dem Fenster. Was sie dort erblickt, kann sie zunächst gar nicht fassen.

 Heute Morgen, hat sie da nicht noch die Schneeglöckchen erblickt, die sich ihren Weg durch die dünne weiße Decke gebahnt haben? Nun ist alles grün und die Blumen blühen um die Wette! »Das kann doch gar nicht sein! Ich träume bestimmt« flüstert sie zu sich selbst. Noch während sie aus dem Fenster schaut, erblickt sie einen wunderschönen Schmetterling, der sich auf die tollste Rose im Garten niederlässt und dort in andächtiger Pose verharrt. Die Sonne taucht ihn in ein warmes Licht und lässt seine Farben noch schöner strahlen und es scheint fast so, als lächle er wissend um seine prachtvolle Erscheinung. In diese anmutige Stille hinein, knarrt plötzlich das Gartentor und ein Besucher betritt den schmalen Gehweg, der zur Hintertür führt. Elfriede schaut genauer. »Wer mag das denn nun sein? Ein Besuch war doch für heute gar nicht angekündigt? « denkt sie noch, bevor sie ungläubig erstarrt. »Heinrich? Nein, oder? Das kann doch gar nicht sein! Nie und nimmer kann das wahr sein! « So schnell, wie noch nie sprang Elfriede auf, lief zur Türe und riss sie auf. »Tatsächlich! Du bist es« flüstert sie unter freudentränenden Augen. Heinrich kam auf sie zu und streckte ihr beide Hände entgegen und zog sie in seine Arme. »Lass mich nie wieder alleine, ja? Versprichst du mir das? Das darfst du nie wieder tun! « sprach sie mit tränenerstickter Stimme. »Ich werde dich nie wieder alleine lassen, versprochen! « sagte Heinrich und hielt sie fest in seinen Armen »Nie wieder werde ich das tun!  Nie erschien ihr ein Tag so wunderbar wie der heutige Tag. »Das Leben meint es doch wirklich gut mit mir« dachte Elfriede und schmiegte sich noch tiefer in Heinrichs Arme.

 

Tage später war in der Tageszeitung des kleinen Ortes zu lesen:

»Die meisten Unfälle passieren im Haushalt« … Und schon wieder verunglückte eine alleinstehende Frau beim Aufhängen der Gardinen tödlich. Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung der Urne findet um 15 Uhr kommende Woche in unserer kleinen Friedhofskapelle statt.

3.02.15 Wenn der Herr Hinz mal mit der Frau Kunz zum Essen ausgeht

Pusteblume Zeichnung

Völlig sinn- und schlaffrei bin ich heute Morgen mal wieder um vier aus dem Bett gehüpft und ich mir darüber mehr Gedanken mache, als meine quirlige Muse. Wobei ich mich jetzt erst mal frage, ob man überhaupt aus dem Bett hüpfen kann? Ins Bett hinein, na klar, wenn man jung und elastisch ist, aber auch raushüpfen? Darüber sollte ich in einem ruhigen Moment wirklich nachdenken und es vielleicht auch testen.

Meine Muse ist bestimmt mindestens und garantiert um Jahrzehnte jünger wie ich. Die macht sich um Schlaf so gar keine Gedanken. Kann sie auch gar nicht, denn sie hat ja noch nicht einmal ein Gewissen und Mitleid nebst Grenzlastigkeit kennt sie auch nur aus dem Fernsehen. Manchmal frage ich mich wirklich, was ich meinem Klapperstorch damals angetan haben muss, dass er mir solch eine Muse in meine Wiege gelegt hat. Wohl aus dem Grunde, dass er selbst so genervt war und wollte sie loswerden. Nun hab ich sie am Hals und in mir drin und werde sie nicht mehr los. Ich bin schon ein bemitleidenswertes Geschöpf nicht wahr? Meine Muse ist so eine, die stellst du in die dunkle Ecke und nach 5 Minuten springt sie wieder putzmunter hervor, breitet die Arme aus und singt:“ Tadaaaa!“ Dann, ehe du dich versiehst, nistet sie sich wieder in deinen Hirnwindungen ein, um Befehle an deine Gliedmaßen und sieben Sinne zu verteilen. Meine Finger gehorchen ihr dabei aufs Wort und liegen ihr schreibender Weise zu Füßen.

Was ich euch heute eigentlich erzählen möchte, ist aber etwas ganz anderes *lächel*

Gestern war der Tag der Tage, hoffentlich auch ein guter für euch, aber ganz sicher und bestimmt für mich. Denn gestern begann mein neuer Job. Der erste Tag war so gut, dass ich beschlossen habe, heute auch wieder hinzugehen.

Nein, im Ernst nun! Das, was ich bis jetzt dort erlebt habe, gefällt mir gut und ich kann mir sehr gut vorstellen, diese Aufgabe ist das, was ich bis zum Rentenalter auch noch machen möchte. Der Umgang mit den Menschen, die deine Hilfe brauchen. Sie dabei im Alltag begleiten zu dürfen und ihnen zu zeigen, wie die Alltäglichkeiten bewältigt werden können, ihnen zu zeigen, dass das Leben auch mit seinen ganzen Schwierigkeiten ein lebenswertes und schönes Leben sein kann. Mit ihnen gemeinsam neue Ziele zu setzen und die kleinen Wünsche zum Glücklich sein zu verwirklichen.

Also stand ich gestern voller Tatendrang und Freude auf und bereitete mich geistig und körperlich darauf vor. Beides passierte zunächst im Badezimmer, welches der erste Gang meiner Gänge war. Meine Kleidung hatte ich mir bereits am Vortag zurecht gelegt um Zeit zu sparen.

Wie es dann weiterging, lasst mich ein wenig in ein Szenario abschweifen, die ein jeder von euch kennt.

Szenario 1:

Herr Hinz und Frau Kunz betreten das Restaurant „Zum roten Hahn“, setzen sich nieder und bestellen Getränke und die Speisekarte. Der Ober nimmt die Bestellung auf und übergibt sie pflichtbewusst dem Koch, welcher die Speisen zubereitet. Herr und Frau Pardon, die am Nachbartisch saßen, haben bereits gegessen, bezahlt und wünschen im Vorbeigehen den beiden einen schönen Abend nebst gutem Appetit und verlassen das Restaurant. Kurze und angemessene Zeit später kommt der Ober und bringt die bestellten Speisen, stellt in perfekter Obermanier die Speisen auf den Tisch und entfernt sich dezent, nachdem er guten Appetit gewünscht hat. Um nun endlich mal zum Punkt und zu dem zu kommen, was ich eigentlich sagen wollte. Herr Hinz betrachtet sich seinen Teller, betrachtet sein Hemd und betrachtet die tolle Stoffserviette, die in weiser Voraussicht vom Ober auf den Tisch gelegt wurde. Noch bevor Frau Kunz mit einem:“ Aber Otto, nicht doch!“ dazwischen gehen konnte, stopft Herr Hinz sich die Serviette in den Hemdausschnitt und fängt an, sich über seinen Teller herzumachen. Frau Kunz sagt nun gar nichts mehr und legt sich kopfschüttelnd die Serviette auf den Schoß und streicht sie gekonnt und nach Tante Knigge- Art glatt.

Szenario 2:

Ich und meine eine betreten morgens das Badezimmer und tue das, was ein jeder so am Morgen tut. Unter die Dusche, abtrocknen, eincremen, anziehen und vor den Spiegel stellen. Stelle da nun auch wieder mal erschreckend fest, dass ich die vernünftigere Reihenfolge wieder mal nicht eingehalten habe. Das Zähneputzen hätte ich doch besser vor dem ganzen Prozedere gemacht. Aber nun? So aber, nun schon angezogen, kann das nur wieder in die Hose gehen, wie es mir schon ganz oft passiert ist. Also erinnere ich mich an Szenario 1 und an Herrn Hinz und stopfe  mir das Frotteehandtuch in den Ausschnitt, um dem Fleckenteufel der Zahnpasta zu entgehen.

Das Zähneputzen passiert ja meist so im Geheimen und eigentlich macht es jeder im stillen Badezimmer und befüllt es mit Gurgelmusikalischem Irrsinn, weil es dort immer so schön hallt. Wegen des Schönklangs singt man dann auch noch in der Dusche und unter dem Duschkopf am liebsten Noten, die es noch nicht auf die Welt und erst recht nicht in die Lehrbücher der musikalischen Harmonielehre geschafft haben.

Fazit aus den Szenarien nun: Habt ihr es bemerkt? Ganz gleich, welcher Flecken ihr Herr oder Frau werden wollt … Es ist immer gut, wenn ihr eure Knigge- Erfahrungen flexibel anwenden könnt. Dann wird das auch was und eure Waschmaschine freut sich auch *lächel*

Apropos „Roter Hahn“, da hätt ich ja noch was zu erzählen. Schon seit Tagen kündige ich es einem lieben Blogfreund an, dass ich in einer meiner Erzählungen davon berichten werde, wie mich ein Beitrag von ihm vor kurzer Zeit inspiriert hat. So sehr inspiriert, dass ich aus diesem Witz, den er dort bereitstellte, ein weiteres kurzes Rollenspiel in der Theater AG für das BeWo im Wohnhaus meines Sohnes umgewandelt habe. Nach dem Pizza Wunderbar- Einakter nun noch dieser Witz vom roten Hahn. Damit ist unser Programm für das kommende Sommerfest fertig und mit einigen Übungsproben bereit, ihn vor Publikum zu spielen.

Ich verlinke einfach mal die betreffende Seite und hoffe inständig, dass Klaus nichts dagegen hat, dass ich nicht vorher gefragt habe, ob ich ihn hier verlinken darf. Durfte ich, lieber Klaus?

https://kowkla123.wordpress.com/2015/01/23/schon-wieder-wochenende-und-der-januar-neigt-sich-auch-schon-dem-ende-entgegen/#comments

An diesem Tag und in diesem Beitrag befindet sich der Witz, der mich erst zum Lesen, dann zum lautloslachen und dann zum Nachdenken gebracht hat. Das wäre doch genau das Richtige für unsere Theater AG als zweiten kurzen Einakter für das Sommerfest! Also nahm ich diesen Witz in Gedanken mit und erzählte den Leutchen im Wohnhaus von dem grandiosen Witz und wie daraus meine Idee entstanden ist.

In dem Witz geht es um ein Ehepaar, die während der Mittagspause des Ehemannes telefonieren. Seine Frau, nicht gerade von Klugheit gesegnet erklärt ihrem Mann, dass sie unbedingt seine Hilfe brauchte bei einem Puzzle, mit dem sie absolut nicht zurechtkommt. Egal, wie sie es auch anstellt und bittet ihn um Hilfe. Der Gatte verspricht es, leicht kopfschüttelnd und denkend, ob seine Frau nun denn auch dazu nicht fähig ist, ein so einfaches Puzzle, auf dem nur ein roter Hahn abgebildet ist, fertig zu stellen. Kommt nach Feierabend nach Hause und möchte ihr helfen, damit sie endlich Ruhe gibt und die Frau zeigt ihm daraufhin das Puzzle, welches dann kein Puzzle ist, sondern eine Packung Cornflakes…. Soviel zum Inhalt 😉 Den Witz in seiner ganzen Herrlichkeit könnt ihr auf dem obigen Link nachverfolgen und lesen.

In der Wohngruppe erzählte ich dann von dem Witz, bauten ihn dann noch ein wenig aus, damit mehr Leute darin mitspielen können und ich vergab die Rollen. Als mein Sohnemann Sascha dann noch von mir nominiert wurde, die Frau zu spielen, ist er bald vor Lachen in Grund und Boden versunken. „Aber Mama!! Das geht doch gar nicht! Ich kann doch keine Frau spielen! Ich bin ein Mann!“ Ich habe ihn dann mit aller Überzeugungskraft, die ich mir aus dem Ärmel schütteln konnte, dazu gebracht, dass er alleine nur als Frau in Frage kommt und er hat es so toll in der darauf folgenden Probe vorgeführt, dass wir vor lauter Lachen kaum noch zum Schluss kamen. Wir werden bis zum Sommerfest aber noch etwa 4 Monate Zeit haben. Da werden wir es bestimmt ganz gut hinbekommen und ich freue mich jetzt schon riesig auf unser „großes Theater- Debüt“ vor richtigem Publikum!

Euch wünsche ich nun noch einen wundervollen Nachmittag mit Lächeln auf den Lippen und Freude im Herzen.

28.01.15 Weisheiten aus dem Honigtopf

Herz 2

Nun habe ich etwas angestellt!

Oder eher noch, was hat man mit mir angestellt?

Ich habe noch in den letzten Tagen, Wochen und Monaten gedacht, dass ich so langsam in die Jahre kommend, erhaben bin und alles weiß über dieses kleine Ding, das sich da Leben nennt.

Nichts da!

Habe ich mir auch nur erträumt und gewünscht! Dass ich, Heike, nicht Traumfrau, jedoch Frau des Traumes und Frau meines Traummanns, mittlerweile in das Alter komme, alles im Durchblick zu haben, den Honigtopf, gefüllt mit Weisheit gefunden und mit großen Löffeln genießend durch mein kleines Leben wandere. Mein Wunsch und mein Traum sind mal wieder mit einem Schlag in einer Schaumluftblase meines Spülwassers zerplatzt. Einfach so, ohne Rücksicht auf mein zartes Gemüt. Nun stehe ich wieder da. Wieder mit leeren Händen, leerem Kopf und der Honigtopf der Weisheiten hat sich vor lauter Angst ins letzte Eckchen verkrochen. Wer mich so in diese ausweglose Situation gebracht hat? Ich trau mich ja kaum, den, diesen, seinen Namen zu nennen. Diese Person, die das vollbracht hat, hat nicht einmal Ähnlichkeit mit einem zweistöckigen Spielkartenhaus, geschweige denn, ist so groß wie ein solches.

Da kommt doch tatsächlich so ein kleiner Knirps daher, nennt sich Enkel und rennt meine ganze Weisheit wieder in Grund und Boden, bevor ich mich an mein neu erkanntes Wissen gewöhnen konnte. Dass ich das aber auch nicht gemerkt habe, wie der Kleine mich untergräbt, mich in die linke Hosentasche hinein und rechts wieder herauszieht. Mich verknotet und am ausgestreckten Arm verdummen lässt. Das Ganze dann auch noch, wenn ich selbst dabei bin und es doch hätte erkennen müssen. Hatte ich schon erwähnt, dass der Wunderknabe gerade mal 5 Jahre auf die Lebenswaage bringt? Ist das nicht beschämend für mich, wo ich doch 10-mal so alt bin?

Nun aber raus aus der Badewanne meines Selbstmitleidschaumbad! Rede und Antwort stehen, warum, weshalb, wieso! So, wie es sich gehört für eine gestandene Frau, die nun eine starke Schulter braucht. Solange diese starke Schulter keinen Trost für mich hat, lehne ich meinen armen Kopf halt an den Türrahmen.

Jetzt komme ich endlich dem Grund des Geschehens und meiner, wie üblich kurzen Einleitung näher und möchte getröstet und gestärkt berichten, was sich zugetragen hat.

Mein kleiner Enkel hat mich ausgetrickst. Er hat mich die ganze Zeit ausgetrickst und getestet, inwieweit ich auf seine Zaubertricks herein falle. Mit ganz vielen kleinen Tests ist er gewieft an die Sache heran gegangen. Wenn er so auf dem Sofa lag zur Kinderstundenzeit, die Augen geschlossen, ich ihn beobachtete und er die Augen plötzlich aufschlug: „ Oma?“ grinste dabei : „Oma, weißt du was? Ich habe dich ausgetrickst und du hast das nicht gemerkt, stimmts?“ Oder wenn er mit glucksendem Flüsterlachen unter dem Sessel lag, sein kleiner Fuß schaute daraus hervor und wippte vor lauter Begeisterung.  „ Oma ich habe dich schon wieder ausgetrickst, ich habe mich nur versteckt und du hast mich nicht gefunden!“  Oder auch, wenn ich ihm gesagt habe: „Leon, nein, es gibt jetzt nichts Süßes. Erst wird Mittag gegessen und danach können wir darüber nochmal reden, wenn du aufgegessen hast.“ Mehr als einmal oder fast immer musste er danach ganz plötzlich zu Opa ins andere Zimmer und kam wieder mit einem Schmunzelmund, auf dem Schoko- oder Kekskrümel klebten. „ Ich habe nur den Opa besucht und habe gesagt, dass wir bald essen müssen.“

Diese ganzen Tricks waren schon Vorarbeit zu seinem ganz großen besonderen Clou, der bestimmt schon die ganze Zeit in seinem Kopf heran gereift ist.

Wie ich bereits in einer der vorherigen Geschichten erzählt habe, war der kleine Mann ja schon über zwei Wochen Anfang Januar Dauergast bei Oma und Opa. Teils, weil seine Mama in den Prüfungen steckte und gleichzeitig krank war und Leon selbst auch von einer blöden Grippe mit Fieber übermannt wurde und viel Pflege und Gesundmach- Streicheleinheiten brauchte. Von seinem zweiwöchigen Besuch bei uns bis  zu seinem jetzigen Übernachtungs- Aufenthalt von zwei Nächten sind jetzt gerade mal etwa eine Woche vergangen.

Schon bei seinem ersten Dauerbesuch brachte er ganz viel an Spielzeug mit. Vieles dabei, was er zu Weihnachten geschenkt bekam, ein tolles großes Schiff von Playmobil mit allem Schnickschnack, einige coole Autos, Bücher mit Vorlese- und Erklärstift namens Tiptoi (ist schon Wahnsinn, was es heutzutage alles gibt) Fast nichts, was es nicht gibt. Seine große Box mit Bügelperlen, gebastelte Papierflieger und gemalte Bilder stapelten sich hier schon vorher in Massen. Als er vom ersten Dauerbesuch erst einmal wieder nach Hause geholt wurde, hat er fast nichts von seinen Spielsachen mitnehmen wollen. „Das bleibt hier bei Opa und Oma.“ waren seine Worte. Jetzt, beim letzten Besuch brachte er wiederum weitere Dinge mit, die ihm wichtig sind. Wir haben uns schon die ganze Zeit gewundert, warum er das macht. Aber ok, es ist ein Kind und da fliegen manchmal die komischsten Gedanken in den Köpfen rum.

Nun hatte er, als er hier war, die Grippe noch nicht ganz überwunden. Es waren noch genügend Schnupfen und Husten übergeblieben für die er Medikamente dabei hatte. Ich habe ihm dann nach Vorgabe 3 x am Tag von seinem Hustensaft gegeben. Hin und wieder lief er dann urplötzlich zu der Tasche, in dem der Saft war, holte sie aus der Umverpackung und prüfte die Menge des Inhalts. Dabei überlegte er, wie lange er noch davon nehmen muss, bis die Flasche leer ist. „ Oma, da brauche ich bestimmt noch viele Tage, bis alles weg ist, oder? Du musst auch daran denken, dass du mir immer von der „Melizin“ gibst. Solange, bis die leer ist, ja?“

Selbst da schwante mir noch nichts. Bei dieser Aussage hätten sich sämtliche Warnsignale in mir melden müssen! Aber nichts tat sich und ich sagte nur: „Kein Problem Leon! Da achte ich schon drauf.“

Gestern gegen Abend nun. Leon wusste, dass seine Mama und sein Papa kamen, um ihn wieder abzuholen, saßen wir zunächst am Tisch und haben uns die neuesten Neuigkeiten erzählt. Töchterchen Sabrina entrüstete sich gerade über die Meldungen der Ortszeitung und den neuesten Planungen. Leons Papa saß, in sich versunken und betrachtete an seinem iPhone die neuesten, eingestellten Dinge vom 1-2-3 Portal. Leon hatte sich mittlerweile wieder die Stiefelchen ausgezogen und waltete seines Spiel- und Turnamtes. Ich saß da so mittendrin und betrachtete dieses Intermezzo und mit halbem Ohr und Auge, dem Erguss meiner Tochter folgend. Die andere Hälfte hatte Leon fest im Blick.

Nun, endlich fertig mit erzählen und meiner versteckt hingeworfenen Gähnattacke, ging es dann daran „schlafende Gemüter“ wieder zu erwecken und zum Aufbruch animieren. Leon, gerade mit Jacke, Schal und Mütze bestückt, entledigte sich seines Kleidungsballastes und sagte: „Ich will hier bei Oma bleiben. Ich habe schon gesagt, dass ich hier noch schlafen will! Ihr könnt auch ohne mich nach Hause fahren!“ „Aber Leon! Das war doch klar, dass wir dich heute wieder abholen. Die Oma und der Opa sind auch froh, wenn sie wieder ein bisschen Ruhe haben. Du kannst ja bald wieder her kommen.“ Alle Versuche, den kleinen Mann davon zu überzeugen, schlugen fehl und brachten ihn dann letztendlich in die Position eines herzschmerzergreifenden, weinenden kleinen Knirps, der sich von der Welt und allem unverstanden fühlt.

Mein Töchterlein meinte: „ Du kannst doch nicht hier bei Oma und Opa wohnen! Du wohnst doch bei uns und da hast du doch auch dein Bett und deine Spielsachen!“ „Doch, kann ich wohl! Ich habe hier schon ganz viel Spielzeug. Da kann ich auch hier bleiben!“ So! Nun haben wir`s! Dieses kleine, so kluge Kerlchen hat doch tatsächlich geschafft, uns alle an der Nase herum zu führen. Bringt nach und nach und peu à peu seine ganzen Lieblingsspielsachen zu Oma und Opa mit und lagert sie dort, damit sein Umzug schon mal gesichert ist. Dieses kleine, weinende Bündel hätte mich beinahe dazu gebracht, zu sagen: „Okay, dann bleib doch noch eine Nacht hier.“ Aber ich habe es mir verbissen, da ich heute wieder einen Termin und die Zeit heute Morgen einfach nicht habe um meinen kleinen Enkelschatz mit einem tollen Kinderfrühstück zu verwöhnen.

Irgendwann haben es die Mama und der Papa doch noch geschafft, dieses weinende Etwas aus der Tür zu befördern und die weitere Diskussion ging dann im Hausflur mindestens noch eine Viertelstunde weiter. Eine Stunde später rief ich dann Sabrina an und fragte voll schlechtem Gewissen, ob Leon sich denn nun beruhigt hat und sie meinte: „Ja, nun hat er sich beruhigt. Aber das hat der noch nie gemacht. Sich auch solange damit dran gehalten. Ach Mama, du bist einfach zu lieb!“

Kann man überhaupt zu lieb sein, frage ich mich nun? Ich werde darüber nachdenken. Wenn sich nun mein Enkel auch hier mit seinem geplanten und heimlichen Umzug verplant hat und es nicht so funktioniert hat, wie er so schlau in die Wege geleitet hat und dabei alle Beteiligten ausgetrickst hat, hat er eines schon ganz lange geschafft.

Er wohnt schon ganz lange bei mir, denn in meinem Herzen hat er sowieso Wohnrecht auf Lebenszeit.

Euch allen einen wundervollen Start in den heutigen Tag

27.01.15 Etappensieg der Nacht

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Herz auf Holzpfahl

„Es ist ein Ros`entsprungen … oder doch eher und für mich geltend in der vorletzten Nacht „Es ist kaum Schlaf entsprungen aus einer langen Nacht“ Der Schlaf kam in Etappen an und ging von dannen, wenn mein Enkel mal wieder vor meinem Bett stand: „ Oma? Ich kann nicht schlafen.“ „Oma gibst du mir Husten- Melizin? Der blöde Husten macht mich immer wieder wach!“ Oma, machst du mir ein Video an?“ „Oma, darf ich bei dir schlafen?“

Das alles und das Ganze wären ja nicht so schlimm gewesen, gebe ich seufzend zu und denke in Gedanken mal wieder an Leons bezaubernden Spruch:“ Oma, ich hab dich so lieb, so weit wie Flugzeuge in den Himmel fliegen können.“ Einer von den, für mich wichtigsten Sätzen in seinem Dasein als mein Enkel *lächel*

Aber!! Ich hatte am gestrigen Tag einen so wichtigen Termin! Da wollte ich fit sein, da sollte meine Motivation elastisch genug sein, um dem wach entgegen zu blicken, was mich da im Auge meines Gegenübers erwartet. Da wollte ich schön sein! Na okay, zumindest relativ gut aussehend für meine Verhältnisse und mich unter die Leute trauen können! Ich hatte ein wichtiges Date, welches mich im, hoffentlich positivem Ausgang,  für mindestens ein Jahrzehnt begleiten sollte. Ich stand also gestern nach der fast durchnächtigten Nacht wieder auf und traute mich kaum, in den Spiegel der Wahrheiten zu blicken. Doch ich kam nicht drum herum und erblickte ein müdes Augenpaar, mit dem ich mich ohne Mühe mit den Augen eines Preisboxers nach einer Doublette auf seine Augen vergleichen konnte. Na ja, zumindest so ein ganz kleines bisschen ähnlich. Meine Haare standen auch kreuz und quer und ließen sich nicht so recht bändigen. Dabei hätte ich sie so gerne in Reih und Glied um mein Gesicht herum liegen und fallen gehabt.

Rundherum war es gestern zwar der Tag der Tage, bestimmend für die nächsten Jahre für mich. Aber nun mal nicht mein Tag. Da muss ich nun durch und da muss ich mich mit abfinden. Ob ich nun wollte oder nicht- Ich hatte ein Date! Überlegungen, meinem Date mit Sonnenbrille gegenüber zu treten, verwarf ich auch ganz schnell wieder. Zum einen war gestern ein grauer und regnerischer Wintertag und zum anderen schickt es sich nicht aus respektablen Gründen. Es half alles nichts und ich musste da durch, ob ich nun wollte oder nicht. Also stieg ich in den Bus, da ich witterungsbedingt nicht mit dem Auto fahren wollte und hatte ständig das Gefühl, die Leute schauen mich mitleidig an, als wenn sie wüssten, welch wichtiges Date mir da bevorstand.

Da, die junge Dame in der 3. Sitzplatzreihe links … was hätte ich drum gegeben, wenn ich mir ihr frisches und hübsches Anlitz hätte für eine Stunde ausleihen können. Sie hatte wenigstens die „Haare schön“ und die Augen wach. Wenn auch ihr Schal nicht gerade mein Geschmack war. Aber ach, was soll`s? Es brachte nichts und ich habe es nicht weiter übers Herz gebracht, mich selbst zu beruhigen. Fast am Ziel angekommen, stand ich dann schon an der Ausstiegstür und wartete auf das Öffnen der Türe. Die Stufe hinunter, schnell noch für die letzten Meter den Schirm aufgespannt, damit mir der Regen nicht noch die letzte Locke vom Kopf einnässt, die mich vielleicht aus dem Schlamassel retten könnte. 3 Stufen hoch und nun fehlten mir nur noch die letzten 2 Meter bis zu meinem Date. Noch schnell in den Spiegel geschaut, um in letzter Sekunde noch etwas zu retten, was zu retten wäre. Sinnlos, wie ich feststellte.

Ich setzte mich auf den Stuhl und bezahlte den verlangten Obulus in die ausgestreckte Hand meines Dates und wartete ab, was nun kam.

„Bitte positionieren sie den Stuhl durch Drehbewegungen in die richtige Höhe! Achten sie darauf, den Blick gerade auf die Kamera zu richten. Für Brillenträger: Nehmen sie, wenn möglich, die Brille ab, damit die Gläser keine Spiegelung verursachen. Die Augen bitte offen und deutlich sichtbar mittig auf die Position der gestrichelten grünen Linie bringen. Die Lippen geschlossen und machen sie möglichst ein ausdrucksloses Gesicht. Wenn sie nun zufrieden sind, betätigen sie den grünen Knopf.“

Nach gefühlten zehn neuen Versuchen, doch noch ein einigermaßen menschliches Anlitz auf das Passfoto zu bekommen, gab ich dann doch auf und fügte mich meinem Schicksal und verließ mein vergurkstes Date. Die Fotos aus dem Fotofix- Automaten heraus genommen, ging ich dann meinen nächsten Gang geradewegs zur Sachbearbeiterin der Einwohner-Meldebehörde. Meinen neuen Personal- Ausweis kann ich nun in etwa zwei Wochen abholen. Den muss ich nun, ob ich will oder auch nicht, für die nächsten zehn Jahre mitnehmen auf all meinen Wegen in der Öffentlichkeit und kann nur bibbernd hoffen, dass niemand ihn zu sehen verlangt. Bei diesen Fotos bleibt mir das hoffentlich erspart.

Wenn ich an diesem so wichtigen Tag besser und fitter ausgesehen hätte, ob mir dann der Automat auch das gleiche gesagt hätte? Als mein Töchterchen meine Passfotos sah, fragte sie: „ Mama, warum schaust du so ernst auf den Fotos? Da guckst du richtig böse“ und zückte sogleich ihre Ausweiskarte und hielt sie mir unter die Nase:“ Hier schau mal, ich lächle auf dem Bild.“ Das ist ja wohl die Höhe, dachte ich so bei mir. Hätte ich das gewusst, dann hätte ich mir mit einem strahlenden Lächeln… Natürlich mit geschlossenen Lippen, dann doch vielleicht noch mein Bild ein wenig aufhübschen lassen! Ich sag ja, die Dates von heute sind auch schon lange nicht mehr, dass was sie mal waren! Verkehrte Welt, diese meine Welt. Ich für mich gesehen, werde erst wieder einen Foto- Automaten- Fix betreten, wenn sie mit einem Fotoshop- Programm ausgerüstet sind, damit ich mir mein Gesicht solange retuschieren kann, bis ich mir gefalle.

Soviel dann zu meinem Date von gestern. Aufgebaut hat mich dann mein kleiner Enkel, bis sich mein Gesicht wieder zum Strahlen und Schmunzeln entschloss. Ein paar wenige Schmeichelseelenstreicheleinheiten aus seinem Munde:

  • „Oma? Ich glaube, ich habe dich verloren“ „ Warum hast du mich denn verloren Leon?“ „Na, weil ich ein Mädchen im Kindergarten kenne und das mag ich auch. Aber dich Oma, mag ich bis in den Himmel.“
  • Leon, ganz unvermittelt während er seine Fernsehkinderstunde von der der Couch aus zelebrierte und ich unweit mit ca. 1,5 m Luftlinie entfernt am Tisch saß und am PC schrieb: „ Oma? Du kannst ruhig weiterschreiben, das stört mich nicht beim Fernsehschauen.“ Ist er nicht gütig der Kleine? *lächel*
  • „Aus meinem Popo kommt pupsen raus. Das ist Luft und ist immer so lustig.“
  • „Ich gehe besser nicht mit zum Einkaufen. Denn da muss ich dann die Leute anhusten und das darf man nicht“

Nun wünsche ich euch noch einen wunderbaren Start in den heutigen Tag und wünsche euch von Herzen, dass ihr keinem schlecht gelaunten Fotoautomaten begegnen müsst.